Die Stadt platzt aus allen Nähen, im Kreutzfahrtterminal liegen mindestens 2 riesige Schiffe, die ihre Menschenflut in die Stadt spülen. Kleine bunte Wimpel, winkende Regenschirme und Schilder werden durch die Luft geschwenkt und von kleinen Menschengruppen verfolgt. Was für ein Spektakel. Die Wachablösung in Schloss Amalienborg wird dabei fast zum Nebenschauplatz.
Der Himmel lockte uns am Morgen mit Sonne in die Stadt und öffnet am Nachmittag seine Regenschleusen. Wir genießen den Tag trotzdem….
und ich kröne meinen Tag mit dem ersten Bad in der Ostsee.
Wir sind angekommen am ersten Step unserer Reise. In Sichtweite der Öresundbrücke und 20 min Fahrradweg von der Innenstadt halten wir zwei Nächte am Jachthafen von Kopenhagen.
Der Platz ist nicht günstig, brechend voll, fest in deutscher Hand, doch super gelegen und zum Abendessen haben wir uns mit frischem Fisch im nahegelegenen Restaurant verwöhnen lassen.
Das Wetter wechselt von Nieselregen zu Regen und zurück, aber die Luft ist angenehm warm.
Mein Kopf muss noch abschalten, heute während der Autofahrt wurden noch fleißig E-mails geschrieben. Abschalten im Flieger geht irgendwie schneller.
Also alles noch verbesserungswürdig…wir haben ja noch Zeit.
Ich habe lange überlegt, ob ich über unser neues Abenteuer schreiben möchte.
Jetzt sitze ich im Camper Richtung Hamburg , draußen geht gerade die Welt unter. Der Himmel schüttet alles, was er hat, auf uns herunter, es stürmt und regnet. Urlaubsstimmung ???
Okay, dann doch Blog schreiben, auf die kommenden Wochen fokussieren und hoffen mit jedem Meter mehr zwischen unserem Camper und unserer Heimat steigt das Reisefieber.
Sonst meist mit dem Flieger unterwegs, geht es diesen Sommer mit unserer Zitrone 🍋 über Dänemark und die Öresundbrücke nach Schweden, einmal im Uhrzeigersinn rundherum.
Zitrone 🍋
Unsere Reisegruppe besteht aus 2 Campern und vier Zweibeiner. Wir hoffen auf tolle Landschaft, Entspannung, ein bisschen Abenteuer, schönes Wetter und ich möchte baden…wo immer es geht.
Den Sturm und Regen haben wir hinter uns gelassen….vor uns lichtet sich der Himmel und schickt ein einladendes Abendrot.
Ups, was habe ich denn da gebucht. Das war mein erster Gedanke als wir bei Brigittes Farm in Cathuia ankamen. Eine freundliche Schweizerin mir Rastalocken begrüßt uns . Zeigt uns erstmal die Faultiere die in ihren Bäumen über dem Frühstücksplatz leben und sagt dann wir müssen jetzt mit dem Auto zur Lodge fahren. Steigt mal ein, neben dem Hund ist noch Platz, und stört euch nicht an den Pferdesachen. Wir fahren eine kurze Strecke in den Wald. Dort stehen zwei kleine Holzhäuser. Sonst gibt es nur Natur . Wir merken schnell dass es eine kleine Oase ist. Das Meer ist nur 200 Meter entfernt und der kleine Ort ist auch nicht weit weg. Zum Frühstück müssen wir ca. 500 m laufen. Brigitte ist vor 40 Jahren dort hängen geblieben und hat die kleine Farm gegründet. Sie bietet Reittouren , Nachtwanderungen und Kochkurse an.
Unsere Lodge und der Frühstücksplatz
Im Ort dudelt viel Raggee Musik. Man könnte auch denken man ist auf Jamaika. Das sind wohl noch die Überbleibsel längst vergangener Zeiten.
Wir lassen uns es zwei Tage gut gehen . Genießen den Sonnenaufgang auf der Terrasse. Schauen den Affen beim klettern und Vögel beim Nestbau zu und gehen baden und noch ein bißchen wandern. So geht die Zeit schnell vorbei.
Wir hatten eine schöne Reise. Costa Rica ist ein grünes Land , sauber und sicher. Allerdings auch teuer. Die Entscheidung mit einer Gruppe zu reisen war gut. Ohne Guide hätten wir bestimmt nicht so viel über die Tier- und Pflanzenwelt gelernt. Auch hätten wir so maches Tier erst gar nicht gesehen. Ein Nachteil ist allerdings das man wirklich nur die typischen Touristen Ecken zu sehen bekommt und auch nur in Touristen Plätzen Rast macht. Das hätten wir bestimmt ab und zu etwas anders gemacht.
Tortugero ist eine Lagunenlandschaft , direkt an der Karibischen Küste. Durchzogen von vielen Kanälen und kleinen Wasserstraßen.
Der Weg dorthin ist mühselig. Es geht ca 30 km über eine Schotterpiste. Durch große Bananenplantagen von Chiquita und Del Monte. Dann steigt man in ein Boot um und fährt zwei Stunden durch die Lagune um im Ort anzukommen.
Der Name Tortugero bedeuet Schildkrötenjäger. Jahrhundert lebte der Ort vom Handel mit Schildkröten. In den 1950er Jahren stand die Grüne Meersschildkröte kurz vor dem Assterben. Man gründete den ca 35 km langen Nationalpark. Entlang der Karibischen Küste ist es das wichtiste Brutgebiet der Grünen Meeresschildkröte und der Karett Schildkröte. Der Strand darf Nachts nicht betreten werden und während der Brutzeit werden die Nester besonders bewacht.
Dies ist der einzige Nationalpark, welcher dauerhaft bewoht ist. Mittlerweile gibt es acht Lodgs mit 150000 Touristen im Jahr. Der Ort selbst ist klein und biete trotzdem alles was ein Tourist so braucht. Von Soueniers bis Streetfood.
Wir unternehmen kurze Wanderungen und erkunden die Lagune auf Bootstouren. Vom Boot aus beobachten wir Seeadler, Reiher , Langhalsvogel, Klippfischer, Affen und noch so einiges. Die Lagunenlandschaft ist sehr beeindruckend. Viele Kanäle schlängeln sich durch die Tropen. Alles ist feucht heiß. Jede Nacht regnet es und ab April wird es auch am Tag immer wieder regnen. Niederschlag 6000 mm pro Jahr.
Ich finde das ganze etwas widersprüchlich. Tatsächlich achtet man sehr auf die Natur und ist umweltbewusst. Auf der anderen Seite ist es dann doch auch Massentourimus wenn hier so viele Menschen im Jahr hinkommen.
Für uns endet die gemeinsame Reise mit den zwei Schweizer Paaren heute. Die Wege trennen sich. Wir fahren noch für zwei Tage an den Strand. Die einen kehren nach Hause zurück und die anderen beiden reisen noch etwas weiter.
Heute steht der Besuch der Familie Gomes auf ihrer Finca auf dem Programm. Roberto hat vor 30 Jahren das Land gekauft und mit seiner Familie eine organische Farm gegründet. Nach und nach kam dann der Ökotourismus hinzu. Es wird Ananas, Zuckerrohr, Gemüse, Pfeffer und Zimt angebaut. Wir dürfen Ananas direkt vom Feld probieren. Super lecker. Es gibt jetzt eine Ananassorte die ist innen pink. Da kostet eine Frucht 20 Dollar. Schmeckt aber auch nicht anders. Man versucht sehr im Einklang mit der Natur zu leben. Wir sehen Vögel, rote Frösche, grüne Frösche , große Spinnen.
Zum Mittagessen gibt es Fisch, den der Bauer zwei Stunden vorher aus dem Teich geholt hat.
Am Nachmittag fahren wir in das Tirimbina Regenwaldreserat. Eine kleinee Wanderung führt uns mal wieder über eine Hängebrücke. Hier haben wir gute Sicht auf den Fluss. Man kann ihn befahren. Auch Rafting Touren werden angeboten. Vorausgesetzt der Fluß führt genug Wasser. Anschließend erklärt uns ein Guide alles wissenswerte über den Anbau und die Verarbeitung von Kakao .
Nach wie vor ist vieles Handarbeit. Egal welche Früchte, sie werden per Hand geerntet. Auch weden die Setzlinge per Hand gepflanzt.
Bevor unsere Reise weitergeht unternehmen wir noch eine Wanderung am Vulkan entlang. Besteigen darf man ihn nicht mehr. Aus dem Krater kommen zu viel Gase. Da schon Menschen ums Leben gekommen sind hat man den Aufstieg ganz verboten. Man kann gut an der Vegetation erkennen welche Teile des Waldes bei dem letzten Ausbruch verbrannt waren. Hier wächst bis jetzt hauptsächlich Farn und Bambus. Ein felsiger Fußweg führ über die erkaltete Lavamasse. Von einem Aussichtspunkt hat man einen sehr schönen Blick auf den Arenalsee und die sanfte Hügellandschaft.
Arenalsee
Wir fahren weiter nach Puerto Viejo de Sarpique. Sarpique ist ein Fluss der sich duch die Gegend schlängelt. An manchen Stellen recht breit, aber z.Zt mit wenig Wasser. Unterwegs sehen wir noch mal ein Fautier im Baum hängen und kleine und große Leguane.
Bei San Miguel besichtigen wir eine organische Kaffefinca. Es ist eine kleine Genossenschaft zu der die Bauern ihre Bohnen bringen . Die Flanzen gedeihen hier auf einer Höhe von ca. 770 m Wir lernen alles über die Kaffe Herstellung. Pflücken, sortieren, schälen, trocken ,rösten. Auch über die verschiedenen Sorten und die Qualität werden wir unterrichtet. Starbucks verarbeitet wohl mit die schlechteste Qualität. Der gemahlene Kaffee wird in eienen Baumwollfilter gegeben und mit 90 Grad heißen Wasser übergossen.
Später beziehen wir eine nich eien kleines Hotel mitten in einem kleinen Park.
Am Abend pflanzen wir dann noch einen Baum auf dem Gelände. Ob wir mal wieder kommen um zu sehen wie er gewachsen ist? Na ja es soll das Gewissen beruhigen für.den langen Flug.
Der heutige Tag steht eher im Zeichen der Entspannung. Am späten Morgen fahren wir nach La Fortuna. Zunächst wieder zurück zur Küstenstraße. Die Gegend hier ist geprägt vom Obstanbau und Rinderzucht. Ich sehe geradezu die Gauchos zu Pferde die Herde zusammen treiben. Hätte ich vor vierzig Jahren auch gerne mal gemacht😀
Irgendwann geht es wieder rein in die Berge. Alles sehr kurvig. Vorbei an dem großen Arenalsee . Dieser sieht aus als wäre er natürlich Ursprungs. Tatsächlich ist es ein riesiger Stausee. Das Wasser wird durch Tunnel in zwei Kraftwerke geleitet , die fast die Hälfte der Elektrizität in Costa Rica produzieren.
Arenal See
Von weitem sieht man immer wieder den Vulkan Arenal. Es ist der einzige Kegelvulkan auf der Insel. Mit 1643 m Höhe recht imposant. Lange hielt man ihn für erloschen. 1968 meldete sich der Vulkan mit einer gewaltigen Explosion zurück und begrub zwei Orte unter Geröll und Asche. Dabei starben 78 Menschen. Der Nachbarort, welcher verschont blieb, nannte sich darauf hin um in den Namen Fortuna ( Glück)
Im Hotel erwartet uns ein toller Blick aus dem Zimmer direkt auf den Vulkan. Es gibt viele heiße Thermalbecken auf dem Gelände. So lassen wir es uns am Nachmittag gut gehen.
Blick auf den Vulkan von unserm Zimmer
In Morgendämmerung werden wir von Büllafen geweckt. Und ja , sie brüllen wirklick. Leider sehe ich im Gebüsch keine. Am späten Vormittag unternehmen wir eine kleine Wanderung in einem privaten Park. Hier gibt es viele Vögel, Rotaugenfrösche, die ich leider nicht vor die Linse bekommen habe, Kaimane, Dreifingerfaultier und viele Schmetterlinge. Und am Abend höre ich es dann wieder. Das brüllen.
Am frühen Morgen kann man es dann doch noch sehen. Nebelschwaden die über die Berghänge ziehen. Alles ist feucht und man hat das Gefühl von leichtem Srühregen. Doch um acht Uhr bricht sich die Sonne Bahn und die Wolken ziehen weiter.
Es geht wieder Richtung Pazifik. Ausgerechnet die Straßen rund um Monteverde sind in einem schlechten Zustand. Dabei kommen so viele Touristen hier hoch. Wir quälen uns über Schlaglöcher nach unten. Zum Glück haben wir einen sehr umsichtigen Busfahrer.
Zurück auf der Panamericana geht es wieder schneller voran. Dies Straße verbindet ganz Zentralamerika. Da es keine Schienen gibt werden alle Güter hier transportiert. Ein Truck folgt dem anderen.
In der Hafenstadt Liberia geht es wieder Richtung Nordost in die Vulkanregion. Der aktive Vulkan Ricon de la Vieja ist ein Schichtvulkan. Er hat nicht einen großen Krater ,sondern mehrere kleinere Krater. Tatsächlich sieht es von weitem für uns gar nicht wir ein Vulkan aus.
Am Nachmittag unternehmen wir noch eine schöne Wanderung durch den Nationalpark. Der Rundweg führt uns bergauf und bergab. Es gibt kleine Wasserfälle, heiße Quellen, blubbernde Schlammlöcher. Den Krater kann man z. Zt nicht besteigen, da dort zuviel Gase ausgeschieden werden. Wir lernen nochmal viel über die heimischen Baumarten. Heute sehen wir leider nicht so viele Tiere.
Am nächsten Tag machen wir uns früh auf ( wegen der Hitze) . Wir wandern an einem Flusslauf entlang zu einem Wasserfall. Auch hier wieder vorbei an heißen Quellen. 60 % des Stroms wird durch Wasserdampf aus Erdwärme – Bohrungen bis 4 km Tiefe- erzeugt.
Zum Abschluß dann ein Bad in den Hot Pool’s. Kleine Pools , in welches heißes Wasser einfließt. Zwischen 38 und 45 Grad. Bei einer Außentemperatur von 32 Grad echt toll. Gut das man auch im etwas kühleren Fluss baden kann.
39 Grad Hot Pool – gerade noch auszuhalten-, aber 45 Grad: Wer geht da rein?
Eigentlich dachte ich der Nebelwald ist nebeliger, aber tatsächlich sind die Wolken noch ganz schön hoch und ziehen schnell über die Berge. Nebelwald entsteht, weil die feuchten Winde von der Karibik auf die kalten Berge treffen. Dort kondensiern sie und fallen als Nebel herab. Oft ist Nieselregen . Das feuchtwarme Klima führt zu einer üppigen, immergrünen Vegetation mit Planzen die nur hier gedeihen. Auf 1200 m Höhe herrschen ständig Temperaturen um die 25 Grad.
Würgefeigen ( Ficus Strangularis) schaffen es in einigen Jahre einen alten Baum zu zerstören.
Auf einer Wamderund durch einen Park suchen wir den Vogel Queztal. In dem Gebiet leben über 250 Vogelarten. Ungeübt muss man oft lange in die Bäume schauen um welche zu entdecken. Außerdem sind viele auch gut getarnt. Wir haben aber Glück und können viele schöne Exemplare sehen.
QueztalBlauscheitel Moomot
Die Gegend ist mittlerweile eine Touristenhochburg. Es gibt viele Wanderwge aber auch Attraktionen wie Hängebrücke, Zipleine und ähnliches. Wir haben die Tour über die Hängebrücke gemacht. Sehr beeindruckend. Man geht insgesamt über sechs Stahlsteilbrücken und schaut auf das grüne Dach des Waldes. Da es Mittagszeit is, ist der Wald sehr still. Die Tier machen wohl alle ein Schläfchen. Das wirkt auf mich sehr beruhigend. Fast könnte man kleine Feen duch die Blätter fliegen sehn.
Santa Elena ist ein kleines Bergdorf ganz auf Tourimus ausgelegt. Restaurants, Kaffees, Souvenirläden.