New York 2.0

War New York gestern grün und entspannt, so ist es heute laut, bunt, voller Leute und chaotisch. Brooklynbridge und Times Square, der Hotspot aller Influenzer und aller anderen Touristen….wozu wir natürlich auch zählen, ist voll von Menschen.

Den Times Square mit seinen Leuchtwänden müssen wir uns auch Nachts noch einmal ansehen.

Jörg kommentiert das mit: von allem zuviel…Menschen, Lärm, Licht…Reizüberflutung.

Dazwischen finden wir unser Schiff, geben das Auto wieder ab und haben noch Zeit die alten Gebäude der Stadt anzusehen.Grand Central StationBücherei. sis

New York

Morgens noch einsam in dicker Jacke und Mütze am Strand spaziert, fahren wir 2 Stunden später mit vielen anderen gemeinsam Richtung New York.

Ich wäre gerne noch ein wenig an der Küste geblieben, hätte schöne Fotos von einsamen Stränden und Leuchttürmen gemacht, aber der Fahrer unseres Autos will los. Ich bin nervös wegen der großen Stadt und will es lieber noch herauszögern. Er ist nervös wegen des Verkehres und möchte es hinter sich haben. Ohne größere Schwierigkeiten finden wir unsere Unterkunft in Williamsburg, Brooklin. Raphael, dem die Wohnung gehört, empfängt uns freundlich. Sein Tipp ist über die Williamsbridge nach Manhatten zu laufen. Der Himmel ist blau und es sind 20 Grad. Perfekt.

An der Brücke angekommen finden wir den Fußgängerweg nicht, nur den Fahrradweg und gleich daneben eine Verleihstation. Also ab aufs Fahrrad.

Das ist so entspannt, schnell, einfach, super, dass wir den Rest des Tages Fahrrad fahren.

Meine Nervosität war vollkommen unbegründet. New York ist trotz der Größe relaxt, hip, grün, toll.

Ziele für heute: Wallstreet, 9/11 Denkmal, mit der Fähre an der Freiheitsstatur vorbeifahren, Brooklinbridge.

Fast alles geschafft. sis

Wilder Atlantik

Ermutigt durch 3 Tage blauen Himmel, Sonnenschein und freundliche 20 Grad tagsüber, rückt in der Planung Long Island und die Hamptons wieder an erste Stelle.

Eine Unterkunft ist schnell gefunden und gebucht. Das Wetter ist an der Küste zwar etwas schlechter gemeldet, aber gegen abend mit Sonne.

Wir fahren in Albany über den Hudson River, der fließt Richtung New York, und nehmen die andere Richtung. Durch bunte Wälder der Green Mountains fahren wir in die Wolken Richtung Küste.

In New London wollen wir die Fähre nach Long Island nehmen. 90 entspannte Minuten über den Atlantik mit schöner Küste und Leuchttürmen. Problem eins: Sturm und Regen

Problem zwei: wir haben keine Reservierung auf der Fähre. Also heißt es warten bis ein Platz frei ist. Als vorletztes Auto schaffen wir es. Puh.

Long Island ist das Reich der Kürbisse. Alle paar Kilometer gibt es tolle Stände. Unsere Nachbarin würde sich freuen.

Das Meer ist stürmisch und wild…wir hoffen morgen auf Sonne. sis

Wo ist der Stempel?

Auf dem Weg aus den USA nach Kanada hatten wir schon eine Brücke genutzt mit einer grandiosen Aussicht und gute Erfahrungen bei der Einreise.

Das wollten wir wiederholen. Auf der Thousend Island Bridge fahren wir an den Grenzübergang. Unsere Schlange macht Probleme, es geht nicht vorwärts. Immer wieder wird jemand herausgewunken. Wir sind gespannt aber nicht beunruhigt.

Als wir an der Reihe sind kommen erstmal die normalen Fragen: wo kommen sie her, wo wollen sie hin…aber dann: Wo ist ihr Einreisestempel? Sie müssen einen haben, wenn sie in den USA gelandet sind. Ratlosigkeit. Wir haben keinen….sehr verdächtig.

Wir werden rausgewunken, müssen das Auto samt Schlüssel abgeben und bis zur Klärung auf die Polizeiwache. Nach 1 1/2 Stunden, vielen Fragen (ich sollte dringend mein englisch vertiefen) und einem dicken Stempel im Pass dürfen wir einreisen.

Weiter geht es nach Albany., einem vermutlich kleinen Städtchen am Hudson River mit ein paar schönen alten Gebäuden.

Albany ist dann doch sehr groß und wir sehr spät….auf der Suche nach Essen fahren wir die Sehenswürdigkeiten schon mal im Dunkeln ab, landen zum ersten Mal in einem typisch amerikanischen Diner (günstig und gut) und beschließen Albany im Hellen nicht nochmal sehen zu müssen. sis

Einfach (und) gut.

Früchte, Müsli und Ei „Benedikt“ auf Bacon, leckere Hamburger mit griechischem Salat, gegrilltes Steak, Fisch, Bulgursalat, Gemüsepfanne anschließend gegrilltes Bananenboot.

Die spartanische Einrichtung der Hütte wird durch das gesündeste und leckerste Essen, welches wir bisher auf unserer Reise hatten, wettgemacht.

Danke an unsere kleine runde Köchin, die hier in der Nähe wohnt und die Gäste der Cabin (Hütte) bekocht. Sie freut sich jedesmal uns ihre Kreationen vorstellen zu dürfen.

Außer der Köchin gibt es Emilie und Evan. Beide Mitte 20 und unsere Guides. Evan ist ein kanadischer Naturbursche, macht Feuer, paddelte wahrscheinlich schon, bevor er laufen konnte und könnte sich sein Geld bestimmt auch als Star einer TV-Serie verdienen. Emilie ist wie eine blonde Waldelfe. Mit ihrem hüftlangen offenen Haaren schwebt sie durch den Wald, findet Elchspuren, zeigt uns Bieberburgen, lässt uns Gräser und Blätter kosten und kocht anschließend Tee daraus.

Wir haben uns wirklich wohlgefühlt und es wird eine herzliche Verabschiedung von unserer neuen Kurzzeitfamilie.

Unsere Pläne führen uns zurück an den Ontario-See. Kingston liegt ca 300 km östlich von Toronto am anderen Ende des Ontariosees, an der Einmündung zum St. Lawrence River. Hier beginnt das Gebiet der Thousand Islands.

1700 kleine und größere Inseln im St. Lawrence Fluss, die meisten in Privatbesitz und mit einem kleinen bzw. größerem Haus / Palast ausgestattet. Wir schauen uns die Inseln von einem Turm in der Mitte der Brücke zwischen USA und Kanada an. Freuen uns über die Aussicht und das schöne Wetter, nichts ahnend was noch kommt. sis

Verschwunden im Nebel

Unser letzter Tag im Nationalpark beginnt früh. Wir haben am Abend alle zugestimmt am frühen Morgen in den Sonnenaufgang zu paddeln…vielleicht hat der ein oder andere auch nicht genau zugehört.

6.15 ohne Kaffee oder Frühstück, dafür mit langer Unterhose, Mütze und Schal, geht es an den 15 min entfernten Kawaraka Lake. Das Auto zeigt -3 Grad und der Bootssteg ist gefroren.

Jeweils zu Zweit in einem Kanu geht es auf den See, es ist dunkel und nebelig. Meinen Kanusteuermann, kann ich nicht sehen, umdrehen bedeutet eventuell kentern, aber hören. Er grummelt vor sich hin, man sieht eh nichts bei dem Wetter, Sonnenaufgang wer braucht das schon, viel zu kalt, paddeln nie wieder usw. Irgendwie hat er ja recht, die Hände sind eiskalt (Handschuhe habe ich vergessen einzupacken), wir müssen aufpassen und paddeln, damit wir die anderen nicht verlieren und uns im Nebel verirren. Trotzdem, es ist skurril und wunderschön. Ich genieße die Stille, freue mich auf den Moment die Sonne zu sehen und bin happy. Irgendwo im Wald hört man Wölfe und irgendetwas anderes heulen.

Es wird langsam heller, wir trinken Kaffee und heißen Kakao auf dem See und langsam, ganz langsam lichtet sich der Nebel und die Sonne zeigt ein schwaches Licht.

Wir steuern eine Insel an, dort wartet schon ein Lagerfeuer auf uns und ein wenig später auch gebratener Schinken und Pancakes mit Ahornsirup.

Das Feuer, die immer stärker werdende Sonne, Schinken und Kaffee lassen uns wieder auftauen und der Rückweg wird auch dank geborgten Handschuhen von Paula ( als Kanadierin hat man wahrscheinlicht immer 5 Paar dabei) für alle ein schönes Erlebnis.

Indian Summer

Wolkenloser Himmel. Sonnenschein. Wandern. Relaxen. Sauna. Im See baden. Kanufahren. Grillen am Lagerfeuer. Fast lautlos im Mondschein über den spiegelglatten See fahren. Herbstfarben. Keine Moskitos.

Frost am Morgen. Paddeln bis die Arme weh tun. Tiere, die man nur hört und nicht sieht. Eingefrorene Beine und Hände am Abend. Alles hat seine zwei Seiten, trotzdem schön, einzigartig, unvergessen. sis

Surprise Lake

Ein kleiner See im Nirgendwo des Algonquin Parks mit einer Blockhütte. Eine genaue Adresse gibt es nicht, nur GPS Koordinaten und eine etwas dürftige Zeichnung. Der Weg von Toronto hier in die Wildnis wird erst schön als die Autoschlangen aufhören, die Straßen kleiner werden und die Bäume bunter. 300 km weiter im Norden ist die Welt gelb, rot, grün und umgeben von Seen und Tümpeln. 12.30 Uhr ist Treffpunkt in der Blockhütte. Wir sind gespannt was uns erwartet.

In der Hütte treffen wir auf unsere Gruppe für die nächsten Tage, 3 Schweizer, mit uns 5 Deutsche und eine Kanadierin. Wir werden uns bemühen die nächsten Tage englisch zu sprechen, damit Paula in Kanada auch etwas versteht….verrückte Welt.

Nach einem leckeren Essen geht es mit unserer ersten Kanutour los. Keine 2 Minuten später müssen schon 2 pitschnaß umkehren, da das Boot kentert, bei 12 Grad Luft und 10 Grad Wassertemperatur keine Freude. Wir gehen auch baden, später… völlig freiwillig nach einem entspannten Saunagang am Nachmittag.

Saunahaus mit der einzigen Dusche

Die Hütte hat 5 Schlafzimmer, 2 Toiletten, ein großes Wohn- und Esszimmer und eine Küche. Was es nicht gibt ist Strom, warmes WWasser und Handyempfang. Essen wird auf dem Feuer gekocht, Wärme kommt aus dem Kamin, beleuchtet wird mit Kerzen und Petroleumlampen. Auch die Sauna wird mit Ofen beheizt, der einen Wasserbehälter heizt zum Duschen.

Nach dem Abendbrot paddeln wir alle gemeinsam in einem großen Kanu auf den See, sehen die Sonne untergehen, hören auf die Stimmen der Tiere und paddeln im Mondschein zurück. Ich bin romantisch verzückt….

Die letzten Stunden des Tages lassen wir vor dem Kamin auf dem riesigen weichen Sofa bei Kerzenschein und Tee ausklingen. Jetzt doch in Deutsch…Paula schläft schon. sis

Toronto

…so abwechslungsreich wie das Wetter ist auch die Stadt. Morgens aufgewacht bei Regen, suchen wir ein Cafe und die passende Kleidung…beides erweist sich als sehr schwierig.

10.00 Uhr haben wir in unserem Hochhaus ein Treffen mit Matthias verein\nbart, d.h. wen wir treffen, wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Über GetyourGuide wurde eine deutschsprachige Stadtführung mit einem Einheimischen angeboten. Matthias ist also unser Guide. Gebürtig aus Reinhessen 31 Jahre alt und seid 3 Jahren wohnhaft in Toronto.

Er führt uns zu Fuß kreuz und quer durch Toronto von unseren Glashäusern durch den Finanzdistrikt, in riesige Malls, durch Chinatown und zum quirligen alternativen Kensington Markt mit karibischen Klängen. Sehenswert, inforelativ und abwechslungsreich, danke Matthias. Wir kommen ganz schön ins Schwitzen, es ist schwülwarm und die Sonne blinzelt durch die Wolken.

Nachmittags legt er uns Toronto Island ans Herz. Die vorgelagerte Insel im Ontario See mit Bars, Stand und der schönsten Aussicht auf die Skyline. Kaum besteigen wir die Fähre regnet es wieder, dicke Wolken türmen sich über der Skyline. Tolle Aussicht.

Mir tun die Füße weh und ich bestehe darauf mit einem Fahrrad-Quad die Insel zu erkunden. Wir erwischen das letzte klapprigen Teil und quälen uns.

Da das Wetter nicht besser wird, steigen wir 2 Stunden später auf die Fähre zurück und kaum wieder in Toronto, lacht uns die Sonne entgegen.

Auf dem CN Tower genießen wir den Rundumblick auf eine tolle Stadt und den Sonnenuntergang.