Astrid Lindgren

Vimmerby 06.08.2025  sehr windig, 21°

Geburtshaus von Astrid Lindgren
späteres Elternhaus

Der Himmel ist heute typisch weiß-blau mit kräftigem frischen Wind, aber es regnet nicht. Wir besuchen das Denkmal und das Geburtshaus inklusive einer sehr sehenswerten Ausstellung von Astrid Lindgren. Es gibt hier in der Nähe auch eine Art Freizeitpark mit Shows usw. Wir entscheiden uns aber für die erwachsene Variante. Im Museum gibt es ein kleines Cafe und es duftet…

Rathaus von Vimmerby

Ich warte im Cafe auf meine Reisegruppe. Der dazugehörige Park ist sehr groß und ich habe abgekürzt. Ich hoffe, sie werden mich finden und entschuldige mich hier mal ausgiebig für meine Extragänge. Normalerweise müssen sie immer auf mich warten. Zum Einen bin ich die Langsamste, zum Anderen gibt es immer noch ein tolles Fotomotiv, welches geknipst werden will.

So sieht es meistens aus…3 vorneweg und ich trotte hinterher.

Wohin die Reise heute gehen wird…Wir wissen es noch nicht. Bis zum 9. sind wir planlos. sis

Lost in Småland

Vimmerby 04.08.2025 kalt

Frustriert liege ich im Bett, warm in meine Decke eingekuschelt. Draußen ist es stockdunkel, kalt und der gefühlt eisige Wind rüttelt an unserer Zitrone. Den Tagesausklang hatte ich mir ganz anders vorgestellt.

Wir stehen auf dem Campingplatz in Vimmerby mitten in Småland, dem Geburtsort von Astrid Lindgren. In der Nähe der Drehorte von Michel Lönneberga und den Kinder aus Bullabü. Also reinstes Schweden- Traum- Wunderland.

Unser Plan sah 2 fahrfreie Tage auf dem Campingplatz und die Erkundung der Gegend mit dem Fahrrad vor. Jetzt kommt alles ganz anders. Dabei fing der Tag so gut an.

Auf unserem Seeplatz von letzter Nacht erwachen wir im Sonnenschein und der Tag beginnt mit einem Bad im See. 10.00 Uhr brechen wir Richtung Pipi Langstrumpf auf. Auf unserem Weg liegen der größte Wasserfall in Südschweden und ein Elchpark. Ganz “ Chinabus“ mäßig müssen wir diese Stopps natürlich mitnehmen ( LG an Axel…falls du das mal liest ;)).

Der Weg zum Wasserfall
Der Weg wieder hoch.
Jörg wartet lieber oben.

Der Elchpark hat ein anderes Konzept wie der erste in Dalsland. Hier werden alle Besucher in Anhänger gesetzt und vom Traktor ins Gehege gefahren. Es gibt 12 Elche, der älteste 13 Jahre alt und der jüngste 3 Monate. Außerdem ist eine große Herde Rotwild und bei den Elchen eine Herde Dammwild zu sehen. Die Erklärungen erfolgen jeweils von Mutter, Vater und Sohn in Schwedisch, Deutsch und Englisch. Es ist ein komplettes Familienunternehmen und sie machen das sehr engagiert und sympathisch.

Rotwild
Baby Elch

Wir überlegen auf dem Rückweg, welcher Park uns besser gefallen hat. Können uns aber nicht festlegen, beide sind sehenswert.

Weiter geht’s zum Katthult Hof, dem Original-Drehort von Michel aus Lönneberga. Wir wollen etwas durchs Land fahren und nicht nur auf der breiten zweispurigen Hauptstraße komfortabel dahinrollen. Also einmal kleine Straße.

Was noch idyllisch beginnt, wird erst spannend, dann abenteuerlich. Die Straße wird immer schmaler, huppeliger, wie Berg- und Tal-Fahrt auf dem Rummelplatz.Erst fehlt der Mittelstreifen, schließlich auch die Seitenmakierung und am Ende will das Navi  mehrfach in unbefestigte Waldwege abbiegen. Meine Navigation ist schon ausgefallen, kein Empfang. Ab und zu kommen auch mal wenige Autos entgegen, alles noch entspannt bis ein Holzlaster mit Speed um die Kurve biegt. Hier muss jemand weichen…und der sind wir. Zum Glück gibt es am Rand nur Büsche und keine Baumstämme. Als Klaus hinter uns kurz danach fehlt, vermuten wir schon schlimmstes, vom Unfall über Brechreiz ist gedanklich alles möglich. 10 min später ist er wieder da, alles gut.

Da wir uns weigern die unbefestigten Wege zu fahren, irren wir gefühlt stundenlang durch den Wald, bis die erste befestigte Straße in unserer Richtung kommt und die Kilometerzahl auf dem Navi endlich abnimmt.

Michels Schuppen

Der Hof ist immer noch ein Bauernhof. Es gibt Kühe, Schweine, Ziegen, Hühner und ganz viele Menschen, die sich, wie wir, alles anschauen wollen. Außerdem ist er da wieder, dieser typisch schwedische Geruch nach frischgebackenen Zimtschnecken. Kaum gerochen sofort schlägt der Magen Alarm…Hunger.

Wenig später stehen wir am Campingplatz in Vimmerby. Der Platz ist leider fast voll, 3 Nächte nicht möglich. Wir entscheiden uns für eine Nacht und bekommen einen aufgeweichten, nassen Stellplatz oben am Berg. Hier geht der Platz weiter und weiter….Menschen über Menschen. Ich finde es furchbar. Gut, dass wir unsere Pläne ändern mußten.

Hatten wir den ganzen Tag Glück mit dem Wetter. Es regnet immer nur beim Fahren. Sieht es jetzt schlechter aus. „Todesmutig“ grillen die Männer den gestern im Hafen von Gränna gekauften Fisch. Der Wind wird immer stärker und zwischendurch gibt es immer wieder Regenschauer. Entspannt essen sieht anders aus. Ich hoffe auf einen neuen Tag und der Himmel schickt zur Versöhnung einen Regenbogen. sis

Regenbogen im Abendrot