Alte Wikinger

01.08.2025 17° Regen, Regen, Regen

Morgens, noch bevor die Augen richtig auf sind, DAS Geräusch…leichtes Prasseln und Klopfen auf dem Camperdach…Regen. Alles trüb und grau draußen, der Tag ruft: bleib liegen. Doch wir fahren heute nach Stockholm. Die letzten Tage haben wir uns kilometermäßig schon an die Stadt herangetastet und so sind wir 12.00 Uhr ohne Probleme an unserem Stellplatz auf der Insel Langholmen mitten in Stockholm. Die Stadt empfängt uns ebenfalls mit Regen. An eine Bootsfahrt durch die Schären ist nicht zu denken. Also probieren wir uns durch das öffentliche Verkehrsnetz, fahren Bus, Tunelbanan (U-Bahn), Straßenbahn und Fähre, verlaufen uns gründlich am Centralbahnhof und landen schließlich auf der Museumsinsel im Wikingermuseum.

Wir bekommen leckeres Essen, eine Führung und fahren mit einer kleinen Bahn durch die Saga von Harald, dem Wikinger. Zur Krönung des Tages bleiben wir der Thematik treu. Zum Abendessen findet Axel  in der Altstadt eine urige Wikingerkneipe. Beim Eintritt müssen wir versichern echte Wikinger zu sein, dann wird jeder mit Namen, Herkunft und lautem Gebrüll begrüßt. Wir sitzen an langen Tischen mit Emma, Thomas usw. aus Minnesota, Spanien, Manila, Schweden und wo auch immer her.

Pitschnaß aber gut gelaunt finden wir den Weg zurück zum Camper und freuen uns morgen auf Stockhom im Sonnenschein. sis

Ärger im Paradies

31.07.2025 Idö 21° heute mal von allem etwas

Gestern am Picassodenkmal in der warmen Sonne…wer konnte schon ahnen, das zwei Stunden später der Lagerkoller einsetzt. Wir sind jetzt 10 Tage unterwegs, gemeinsam, eingeschränkt auf 2x 2,50m x 6,40, unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Vorstellungen. Klar, vorher überlegt man wohin und was man dort macht, aber die Wirklichkeit ist doch ab und zu anders. In Kristinehamn hatten wir uns gemeinsam einen Stellplatz für die Nacht herausgesucht, doch der war weder schön noch frei…okay, dann weiter zur Alternative…auch voll. Die Uhr zeigte schon 17.00 und die gute Laune war ausgeflogen. Alle Entbehrungen der letzten Tage kochten hoch und explodierten. Zwar ganz leise und zivilisiert, aber spürbar, unangenehm.

Erlösung brachte ein, schnell aus der Karte gesuchter (eigentlich nicht in unserer Richtung liegender), Campingplatz. Hier war für uns Platz und was für einer: Seeblick mit Badeplatz.

Leichte Rotfärbung durch Eisenerz

Nach einem Bad im See für mich, Kaffee und Kuchen für die Klausmannschaft und einem gemeinsamen Abendessen, waren die mentalen Wolken verzogen.

Richtige Wolken gab es dann heute morgen inklusive Dauerregen. Ich liebe schwimmen im See, auch bei Regen. Das Wasser ist ruhiger und irgendwie schwerer, entspannender. Aber anscheinend war nur ich der Meinung und so schwamm ich alleine im See rum.

Unseren Plan, die Eisengruben im Wald zu besuchen, ließen wir aber fallen und schauten uns stattdessen das Schloss in Örebro an. Es gab eine Ausstellung zur Hexenjagt im Mittelalter, alte Sagen und Mythen, Geschichten rund um den Erzabbau, jetzt war auch klar warum die Seen hier in der Gegend etwas rötlich sind und zu den alten Bewohnern der Burg.

Alles sehr schön gemacht. Als wir das Schloss verlassen ist uns der Wettergott wieder hold und lässt die Sonne scheinen.

Weiter rollen wir Richtung Stockholm, diesmal haben wir uns 4 Stellplätze rausgesucht ( nur zur Sicherheit). Der Zweite wird es. Wir und ein schwedisches Wohnmobil stehen einsam zwischen Birkenwäldchen und Sonnenblumenfeld auf einer Wiese. Strom gibt es auch…was will man mehr. sis

Sonnenuntergang vom Bett aus

Magic Moments

30.07.2025 Kistinehamn Sonne, blauer Himmel 22°

Jeder Urlaub sollte sie haben, die besonderen Momente, die berühren, einfach schön sind, unvergesslich sich ins Gehirn brennen und an trüben Tagen zu Hause, die Sonne wieder scheinen lassen. Wenn man sie gemeinsam erlebt, sind sie noch besser…weil man dann sagen kann…weißt du noch.

So ein Moment ist jetzt: Picasso Skulptur in Kristinehamn am Vänern. Mangels anderer besichtigungswürdiger Stopps halten wir hier. Und sind total verzaubert, hier ist es schön. Nicht so unbedingt die Skulptur, die seit 1965 schon hier steht, sondern vom Ort.

Die Sonne scheint fast wolkenlos vom Himmel, das Wasser des Vänern glitzert leicht vor sich hin und scheint am Horizont endlos wie ein Meer. Die breiten Sonnenliegen laden zum Verweilen ein und eine kleine Badebucht zum Füße ins Wasser halten. Ein kleiner Junge spielt mit seinem Vater Steine flitschen im Wasser, perfekter Ort für eine perfekte Pause. Vor dem Weiterfahren gönnen wir uns noch ein leckeres Eis. Das Leben könnte so schön sein, leider werden bald dunkle Wolken am Camperhimmel aufziehen…aber dazu später mehr.

Einen anderen besonderen Moment hatte ich gestern. Mein Wunsch war die kleine Sauna auf dem See zu besuchen und als klar war…wir können sie mieten…gab es für mich kein Halten. Die Zitronenbesatzung machte sich alleine auf den Weg, da die anderen zwei sich das Geschehen lieber vom sicheren Ufer anschauen wollten. Wie recht sie hatten.

Zum Schlüssel für die Sauna gehörten noch ein Bootsschlüssel, Boot, Streichhölzer und Holz. Beladen mit Saunasachen, Sekt und Gläsern versuchten wir auf den See zu rudern und am Haus anzulegen. Garnicht so einfach. Nach ein paar extra Runden ums Haus war das Boot fest und alles trockenen Fußes angekommen. Der Rest war einfach nur schön.

Nach dem Sonnenuntergang und ausgiebigem Schwitzen beschlossen wir getrennt zum Ufer zu kommen. Jörg im Boot und ich schwimmend. Was für ein Abenteuer. sis

See, Wald und Elch

29.07.2025  Dalslands 19° Regen

15.00 Uhr leise prasselt der Regen aufs Camperdach. Ich liege schön eingemummelt in der Zitone auf dem Bett. Alles ist ringsum still…Mittagspause.

Wir sind am See LillaLe, ein kleiner See unweit der norwegischen Grenze. Hier gibt es Seen, Wälder und Seen und Wälder.

Der Grund unseres Aufenthaltes ist groß, vierbeinig, mit Kulleraugen und einer Samtschnauze: Moose, Ålg oder Elch genannt.

Heute morgen besuchten wir die Dalslands Moose Ranch. Hier leben 16 Elche in einen sehr großen eingezäunten Wildgehege und 3 mal am Tag gibt es eine Fütterung, zu der die Elche freiwillig kommen können.

11.00 Uhr sind wir zur Stelle und füttern mit frischen Birkenzweigen die 6 erschienen Jungelche, welche größer als erwartet sind. Auch die Schnauze und das Fell dürfen gestreichelt werden, wenn man sich traut.

Anschließend spazieren wir durch den Wald und entdecken noch den ein oder anderen Elch (meist weibliche) mit Kids.

Die Dame hatte kein Bock auf ein Bild mit mir.

Weiter geht es über Berg und Tal bis zu einem kleinen Teich und vorbei an unzähligen Heidelbeer- und PreiselbeerSträuchern.

Zurück am Camper setzt der prognostizierte Regen ein und wir erholen uns von der Wanderung bei einer Fika ( diesmal ohne großartigen schwedischen Kuchen).

Die Männer überlegen noch ob sie ihre mitgebrachten Angeln ausprobieren wollen und ich will auf alle Fälle, die kleine Sauna auf dem See testen…aber alles der Reihe nach…wir haben ja Urlaub. sis

Das kleine Haus mitten auf den See ist die Sauna.
Sonnenuntergangs- Junkies

Endlich Schweden

28.07.2025 Smögen 22°

Heute morgen zeigt sich Smögen von seiner schönsten Seite. Die Festival- Besucher sind weg, es bleiben wenige Touristen und tatsächlich sind wir deutlich in der Unterzahl. Hier parken meist Schweden.

Wolkenloser Himmel und Sonnenschein laden zum vorerst letzten Bad in der Ostsee und zum Frühstück vor dem Camper ein.

Der Weg ins Inland führt über kleine hupelige Straßen, vorbei an Meeresbuchten, weiten grünen Wiesen, gelben Weizenfeldern, ab und zu kleinen Ansammelungen von rot- weißen Häusern und Birkenwäldern. Das ist das Schweden meiner Träume.

Zwei Stunden später ist die Fahrt für die nächsten zwei Tage beendet. Naturpur und faulenzen bevor wir am Freitag in Stockholm sein müssen (der einzigste vorgebuchte Stellplatz wartet da auf uns). sis

Smögen…muss man mögen;)

27.07.2025 20° Sonne, Wind

Heute morgen haben wir Göteborg hinter uns gelassen, immer weiter in den Norden die Westküste hoch. Unser Wunschziel ist Smögen: Influenzer Hotspot mit wunderschönen Holzhäusern und Fischerbooten zwischen rauen Felsen, zumindest haben wir solche Bilder gesehen.

Zwischen Malmö und Göteborg fehlte uns allen noch ein wenig das Schwedengefühl. Die Häuser, der Strand, alles sah so aus, wie wir es aus Dänemark kennen. Je weiter wir gen Norden kommen, umso mehr sieht die Umgebung wie in den „Inga Lindström“ Filmen aus. Felsen, grüne Wiesen, kleine Buchten, rot weiße Häuschen.

Smögen setzt hier noch einen drauf. Alle Bilder haben nicht gelogen.

Wilde schroffe Felsen, kleine weiße, rote, gelbe und blaue Holzhäuser dazwischen und obendrauf. Eine kleine Bucht an der nächsten. Wir fahren von Festland über die Brücke nach Smögen und wissen garnicht wo wir zuerst hinsehen sollen.

Bei soviel Oh gibt es natürlich auch ein Ach. Nicht nur wir wollen Smögen „mögen“. Ganze Autokolonen schieben sich die kleine Straße in beide Richtungen. Wir sind früh dran und finden zwei schöne Parkplätze nebeneinander und nach einem kurzen Fußmarsch Richtung Hafen erklärt sich auch das Chaos. Dieses Wochenende ist genau hier ein Festival mit riesiger Bühne und irgendwelchen bekannten schwedischen Acts und natürlich auch vielen, vielen Besuchern.

Trotzdem ist das Städtchen sehenswert und liebenswert. Es duftet überall nach einer Mischung aus frischen Waffeln und Krabben. Kleine Lädchen laden zum Bummeln ein und alle sind super entspannt.

Oberhalb auf den Felsen Richtung Meer, ist man dann ganz weit weg von allem, nur der Wind und das Meer.

Ein perfekter Tag mit perfekten Sonnenuntergang. Morgen verlassen wir die Küste und fahren gen Norden ins Landesinnere. sis

Ein Seerosenteich oben auf den Felsen.

Göteborg

26.07.2025  22° Sonne

Wenn du nicht mehr weißt, welcher Wochentag ist, fängt der Urlaubsmodus an.

19.00 Uhr, Samstag, ich sitze am Hafen, vor mir liegt die City von Göteburg. Ein wenig muss ich schon überlegen, welchen Tag wir haben.

Gestern sind wir mit zwei kleinen Stopps am Flugzeugmuseum von Ängelholm und am Mellbystrand Richtung Göteborg gerast. Wir sparsamen Deutschen wollten über die Brücke in Göteborg keine Maut bezahlen und haben uns so kreuz und quer mit Google durch die Stadt lotsen lassen. Mit drei verschiedenen Anlaufstellen (entweder zu weit weg oder voll) sind wir dann glücklich und schweißgebadet an unseren Stellplatzfavoriten direkt gegenüber der Stadt angekommen. Und siehe da, genügend Platz, schöne Aussicht, Fähranleger direkt in die Stadt…alles perfekt.

Auf den wilden Ritt, erstmal ein Longdrink.

Göteborg entpuppt sich als sehr viel größer als erwartet und das nächste Mal nehmen wir die Brücke und die Maut.

Mit dem HopOn-HopOff Boot schipperten wir heute durch den Hafen und die Kanäle der Stadt. Besonders Haga mit seinen vielen Kaffee’s, riesigen Zimtschnecken und kleinen Boutiquen ist einen Besuch wert. Natürlich gab es dort auch eine Fika, bevor es wieder ins Boot und weiter durch die Stadt ging. Göteborg- überraschend schön, gesellig und Lebensmittellastig (gefühlt ist die ganze Stadt ein einziges Restaurant/Cafe) unbedingt einen Besuch wert. sis

Stadtteil Haga
Fischkirche
Fika
Mellbystrand
Flugmuseum mit Flugsimulator

Schön Mittendrin

24.07.2025  sonnig (endlich) und angenehm warm

Pläne sind zum Ändern da und nirgendwo  funktioniert das besser als beim Campen.

Im Plan standen zwei Tage auf der Halbinsel Kullaberg in der Nähe von Mölle. Wunderschöner Landstrich immer in Sichweite zum Meer, leider finden das auch alle anderen. Stellplätze, Campingplätze…alles sehr voll. Zu voll für uns. Und nun?

Den kurzen Weg von Landskrona zur Halbinsel verschönern wir mit zwei Stopps. Erst an der Citadelle von Landskrona und dann am Schloss von Kapperup. Am Schoss gibt es ein wunderschönes Gartenkaffee und dort genießen wir unsere erste „Fika“. Das ist die schwedische Variante von Kaffeepause.

Öresund/Ostsee
Wunderschöner Schlossgarten
Fika

Kurz vor Mölle wird klar, daß es schwierig wird, eine gute Stellmöglichkeit für Zitrone und Klaus zu finden. So heißen jetzt unsere beiden Camper.

Wir entscheiden auf der anderen Seite der Halbinsel zurück zu fahren und landen mitten auf der Insel bei einem alten Bauernhof, der seine Wiese als Campingplatz und Festivalgelände nutzt. Weitläufig stehen hier ein paar Camper und es gibt auch 2-3 Zelte. Wir liegen den Rest des Tages in der Sonne und staunen am Abend über die vollkommene Stille.

Gestern noch am Meer…gibt es heute nur Bäume und Wiesen, anders.schön!

Trotz des lauschigen Plätzchen wollen wir morgen weiter und werden Kullaberg allen anderen überlassen. sis

Malmö = ekeliges Essen

24.07.2025 Landskrona 10.00 Uhr 21°

Nein, in Malmö kann man bestimmt auch super und lecker essen, aber die zweitbeliebteste Sehenswürdigkeit nach der Öresundbrücke ist das „Disgustin Food Museum“ und das wollen wir uns nicht entgehen lassen.

Schon als die Schiebetür aufgeht schlägt uns ein irgendwie eigenartig ekeliger Geruch entgegen. Hier gibt es allerlei ungewöhnliche, stinkende, eklige Essensbräuche aus aller Welt zu bestaunen und auch zum Probieren. 

Wir testen uns durch schwarze Ameisen, Mehlwürmer, Stinkwanzen, Ziegenmagenkäse, Stinkefrucht, Harkal ( fermentierter Hai) Surströmming ( Stinkefisch aus Schweden) und vieles andere. Jeder hat einen anderen Ekelfavorit und Martina schwört noch Stunden später Stinkefrucht auf der Zunge zu schmecken. Ein ungewöhnliches Museum, wer sich immer schon gefragt hat, wie sich Essensprüfungen im Dschungelcamp anfühlen, sollte es unbedingt mal besuchen.

Ansonsten ist Malmö, entspannt und schön. Wir fahren zurück zum Parkplatz mit der historischen Museumsbahn und eine halbe Stunde später halten wir in Landskrona die Füße bei strahlenden Sonnenschein in die Ostsee.

Willkommen in Schweden. sis

Kopenhagen

21.07.2025   22.00 Uhr  19°

Wir sind angekommen am ersten Step unserer Reise. In Sichtweite der Öresundbrücke und 20 min Fahrradweg von der Innenstadt halten wir zwei Nächte am Jachthafen von Kopenhagen.

Der Platz ist nicht günstig, brechend voll, fest in deutscher Hand, doch super gelegen und zum Abendessen haben wir uns mit frischem Fisch im nahegelegenen Restaurant verwöhnen lassen.

Das Wetter wechselt von Nieselregen zu Regen und zurück, aber die Luft ist angenehm warm.

Mein Kopf muss noch abschalten, heute während der Autofahrt wurden noch fleißig E-mails geschrieben. Abschalten im Flieger geht irgendwie schneller.

Also alles noch verbesserungswürdig…wir haben ja noch Zeit.

Beruhigend schön…Jachthafen bei Nacht. sis