Kuriositäten aus Schweden

Fika

Wie schon geschrieben ist Fika eine Kaffeepause, aber auch mehr als das. Eine Pause um sich mit anderen zu treffen, egal was dabei getrunken oder gegessen wird und welche Uhrzeit es ist. Wichtig ist der Spaß und die Geselligkeit. Sobald es nach Kanelbolla ( Zimtschnecke) gerochen hat, war für mich immer Zeit für Fika..also ziemlich oft.8

Badeplätze

Es gibt sie überall und ganz oft haben sie Baderampen für Rollstuhlfahrer. Habe ich so bei uns noch nicht gesehen. Bei einem ausgewiesenen Badeplatz kann man auch fast immer eine öffentliche saubere Toilette finden. Schweden nutzen die Badeplätze häufig morgens, kommen mit dem Bademantel angeradelt, springen rein und radeln wieder zurück. Oder man trifft sich nach dem Bad auf einen Plausch auf dem Steg und den dort vorhandenen Sitzplätzen.

Geld, Apps, Internet

Bargeld haben und hätten wir bis jetzt nicht benötigt. Alle Zahlungen, selbst kleine Beträge, werden mit Karte bezahlt. Eine weitere beliebte Methode ist Swish (schwedisches Paypal), leider können wir uns ohne schwedische Iban dort nicht anmelden. So bleiben uns Einkäufe auf dem Flohmarkt oder am Straßenrand verwehrt. Schwierigkeiten gibt es immer mal wieder beim Parken. Jeder Parkplatz nutzt gefühlt eine andere App, die man sich, will man parken, herunterladen muss. Ich habe jetzt EasyPark, Parkster, Flowbird, GoMarina usw. Dazu kommen die Apps aus den Städten, die man braucht um öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Eintrittskarten, Tickets egal, alles wird und muss online gebucht werden. Das heißt: viel wichtiger als schwedische Kronen in der Tasche sind ein funktionierendes Handy mit genügend Internetdatenvolumen.

Schließtechnik von Schlössern

Schlösser drehen in Schweden manchmal anders herum. Was bei der Verriegelung von Toilettentüren schon das ein oder andere Mal für peinliche Momente geführt hat.

Oldtimer, aber das hatten wir ja schon beim Kapitel: Alte Autos.

Hej oder Hej Hej

Mit dieser Begrüßung liegt man immer richtig. Obwohl ich immer noch an der korrekten Betonung des Hej’s arbeite. Manche Schweden schmettern einem auch gerne ein Hej Hej entgegen aber keine Ahnung, wann man was sagt. Es ist wohl wie mit dem Moin Moin bei uns an der Küste. Auf Wiedersehen oder Tschüß heißt dann einfach Hej do.

Sprache

Schwedisch hatte ich mir vorher immer als kompliziert und schwer vorgestellt. In Wirklichkeit ist Schwedisch, für mein Empfinden, garnicht so schwer. Es hört sich an wie eine Mischung aus holländisch, englisch und deutsch. Mit Englisch liegt man aber immer richtig und es wird auch überall verstanden. Erstaunlich viele Schweden sprechen deutsch.

Briefkästen

Mitten im Wald, am Straßenrand, am Hafen der kleinen Schäreninseln oder in den kleinen Dörfern. Überall sind Briefkästenansammlungen zu finden. Im Wald ein klares Zeichen dafür, dass irgendwo noch ein Haus mit Bewohnern ist. sis

Alte Steine

11.-12.08.2025 Kåseberga sonnig, wolkig 20°

Haben wir uns gestern alte Autos angeschaut, sind die nächsten 2 Tage alte Steine dran. Der südlichste Zipfel, ca eine Stunde von Trelleborg entfernt, wird unser letzter Halt in Schweden. Das kleine Örtchen Kåseberga,  mit seinen winzigen Häuschen, liegt versteckt hinter der Steilküste und hat Glück und Pech zugleich. Ganz in der Nähe auf einem der Steilküstenhügel liegt „Ales Stena“ eine Steinaufstellung aus der Wikingerzeit. Die Gelehrten streiten sich noch, ob es ein Sonnen-Kalender oder eine alte Schiffsaufstellung ist. Durch die Steine kommen jeden Tag haufenweise Touristen und überschwemmen den Hafen und das kleine Dörfchen. Die Touris, uns nicht ausgenommen, bringen zwar Geld in die Kasse, aber man merkt deutlich, dass der Ort für die Dimensionen nicht gemacht ist.

Überall wachsen riesige Stockrosen

Wir bleiben die nächsten 2 Nächte auf dem Gelände des Tischtennisvereins, der sein Außengelände in einen Parkplatz und Stellplatz für Wohnmobile umgewandelt hat. Duschen und Toiletten gibt es im Vereinsheim.

Auf dem Weg zu den Steinen landen wir als erstes im Hafen von Kåseberga. Hier gibt es leckeres Eis, Fisch und kühle Getränke.

Die Steine muss man sich erkämpfen. Es geht einen steilen langen Weg den Hügel hinauf. Endlich angekommen, bin ich ganz fasziniert. Wenn man überlegt, wie lange sie schon hier oben stehen und auf die See hinaus schauen. Es erinnert mich irgendwie an Stonehenge (in klein).

Jörg findet die Gleitschirmflieger gleich nebenan viel interessanter.

Unseren letzten vollen Tag in Schweden verbringen wir mit Fahrradfahren. Von Kåseberga geht es nach Ystad und dann am Strand wieder zurück. Am Ende sind fast 40 km gefahren und wir haben uns das Grillwürstchen heute Abend verdient.

Ystad ist die Filmheimat von Kurt Wallander. Wir stehen vor dem Wallanderhaus ( laut Google) und es sieht alles wie normale Vorstadtstraße mit langweiligen Häusern aus. Ansonsten hat Ystadt eine lange Einkaufsstraße mit ein paar alten Fachwerkhäusern und schönen Innenhöfen. Besonders wird es dann am Meer. Hier gibt es einen kilometerlangen breiten Sandstrand und niedliche kleine Badehäuser. Trotzdem eher: kann man machen, muss aber nicht.

Morgen früh rollen wir nach Trelleborg auf die Fähre und dann heißt es: Hej do, Schweden! sis

Stadtrundfahrten mit einem alten Feuerwehrauto
Wir waren uns nicht einig, ob Pferd oder Elch?

Alte Autos

11.08.2025 Irgendwo an einem See, Schweden 18° Sonne, Wolken, Wind

Morgens 10.42 Uhr wir rollen wieder…immer weiter Richtung Trelleborg und Richtung Fähre. Die Morgenroutine dauert jetzt länger und wir kommen schwerer in Gang. Die Abenteuerlust lässt nach, man bummelt so vor sich hin, weil jedes Schneller, einen auch schneller an das Ende der Reise bringt.

Wir verlassen einen wunderbaren kleinen Platz in einem Örtchen im Nirgendwo. Gestern sind wir vom Meer nochmal ca. hundert Kilometer ins Landesinnere gefahren, influenzt von Berichten über einen „mystischen“ geheimnisvollen Ort mitten im Wald, einem alten Autofriedhof. Auf dem Weg dahin liegt Kosta. Die Gegend hat besondere Sandvorkommen und es gibt unzählige Glasbläserwerkstätten. Zu sehen bekommt man sie nicht, nur die Schilder rechts und links des Waldrandes weisen darauf hin. Wir fahren direkt nach Kosta, dort gibt es die gleichnamige Glasmanufaktur und alles, was das Shoppingherz begehrt. Ein Glasladen am anderen, aber auch Outlets für Damen, Herren, Sport usw.

Nach dem Besuch in der Glasmanufaktur, man kann sich selber im Glasblasen ausprobieren, oder bei den Vorführungen zusehen und einem leckeren Essen in der Fischräucherei, verlassen wir Kosta mit einem neuen Regenumhang und 2 Bratpfannen, sowie einem Messerblock. Die Männer hatten auch ein Outlet von Fiskars entdeckt.

Weiter geht der Weg eine Stunde durch dichte Wälder bis wir an einem unscheinbaren Parkplatz in der Nähe von Ryd ankommen. Der Torf-Sumpf-Wald gehörte einem Einsiedler, der nach dem 2. Weltkrieg begann alte, im Wald stehen gelassene, Autos einzusammeln und die Motoren für seine Torf Gewinnung zu nutzen. Die Karosserien blieben liegen und ihrem Verfall überlassen.

Das Gebiet ist sumpfig und es ist wirklich etwas mystisch. In einigen alten Autos wurden Soundboxen installiert und wenn man vorbeigeht, summt, klopft oder tönt es leise, wie ein letztes Aufbäumen, der dem Verfall geweihten.

Wir sind uns nicht einig über den Highlight-Wert des Autofriedhofs. Ich fand es toll. Bei Jörg fiel es in die Kategorie: Kann man machen, muss man aber nicht.

Passend zum Tag sehen wir ca 20 min später auf unserem ausgesuchten, kleinen Übernachtungsplatz ein Steckenpferd der Schweden. Die Schweden haben ein Faible für Oldtimer. Besonders Sonntags sieht man vermehrt Cadillac’s und Co über die Straßen schleichen. Gut restauriert werden sie aus den Garagen geholt und man trifft sich mit Gleichgesinnten zur Fika.

Ein Highlight kommt noch…die Männer angeln. Lange wurde darüber geredet und es immer wieder verschoben ( zu kalt, zuviel Wind, Wasser zu flach) endlich werden die Angeln herausgeholt und die Angelerlaubnis online beantragt. Drei Stunden später gibt es Rührei ohne Fisch, aber mit Muskelkater vom Lachen. Nicht so einfach, wie gedacht. sis

Alles im Blick.

Der Himmel ist blau, so blau

Ödland, 9.08.2025 Sonne 23°

9.00 Uhr morgens, ein intensiver Duft nach Ginster, Wildrosen und Wicken, gemischt mit einer Prise Meeluft zieht durch unsere offenen Fenster. Der Himmel ist fast wolkenlos blau und die Sonne schickt ihre wärmenden Strahlen. Doch das Außergewöhliche ist das, was fehlt: Wind. Nach 3 Wochen ist es das erste Mal komplett windstill. Die Ostsee gleicht einen Spiegel und vermischt sich am Horizont mit dem Blau des Himmels. Gleichmäßig ziehe ich meine Runden in der erfrischenden See und genieße den besonderen Augenblick. Nach dem Frühstück nutzen wir alle die Gunst der Stunde und probieren uns durch die kostenlosen Kanus, Kajaks und SUPs am Strand. Die Ostsee ist hier extrem flach und auch etwas sumpfig, was beim Ein- und Aussteigen zu lustigen Verrenkungen führt. Für Schwimmer gibt es einen sehr langen Badesteg, damit man solche Probleme nicht hat. Als gegen Mittag die schöne windstille Zeit vorbei ist, geht es mit dem Fahrrad durch Wiesen, abgeerntete Weizenfelder und naturbelasser Ödnis zu einigen der zahlreichen Windmühlen hier auf Ödland.

So kann sich Urlaub in Schweden also auch anfühlen, warm, sonnig, nach Sand und Meer. 

Ödland liegt wie eine riesige, platte, lange Pfunder vor der Südküste Schwedens. Die kleinen Dörfchen wirken wie aus der Zeit gefallen, alles etwas verlassen, retro. Es gibt viele vorchristliche Gräberfelder und alte Grabhügel, Landwirtschaft und sonst nur Natur. Herrlich sind die Sonnenuntergänge und der große rote Vollmond. Leider lässt er sich nicht so gut fotografieren mit dem Handy.  Hätte ich mal lieber meine Kamera mitgenommen, selbst schuld.

Morgen reisen wir weiter und wollen noch ein bißchen “ Chinabus“ spielen. Das ist unser neues Wort für lange Strecke mit mehreren Stopps. sis

1. Abend im kl. Hafen
2.Abend
Augustvollmond

Von Insel zu Insel

6.-8.08.2025 Schäreninseln vor Västervik Sonne, Wind 15° – 23°

Vor 2 Tagen aus Vimmerby geflüchtet wegen Überfüllung, treibt es uns zurück ans Meer. Unsere Fahrt ins Blaue endet auf einem kleinen Stellplatz auf Insel Gränö. Zwischen Wiesen mit grasenden Pferden, Schloss Granö und der Ostsee bleiben wir, entspannen, fahren Fahrrad, kochen und lassen es uns gut gehen.

Blick aus der Zitrone

Jetzt entspannen Jörg und ich auf der kleinen Insel Hasselö. Ohne Zitrone und ohne Klaus samt Besatzung. Eigentlich wollten wir gemeinsam nach Hasselö fahren, alle zusammen. Aber…Am Hafen in Vastervik fährt die Fähre und das zu unterschiedlichen Zeiten, je nach Datum. Einmal falsch in der Spalte geschaut und wir sind zur falschen Zeit am Anleger. Warten oder fahren? Das Problem ist die Rückfahrt. Hasselö ist nur mit der Fähre erreichbar und mit einer Stunde Fahrtzeit. Zurück geht 16.00 Uhr plus über 2 Stunden Fahrt zum nächsten ausgesuchten Stellplatz. Für die einen Stress, für die anderen eine Herausforderung. Also entscheiden wir uns für heute mal zu trennen. Klaus fährt vor und wir schauen uns die Insel an.

Es ist traumhaft schön. Schon die Fahrt vorbei an kleinen Felseninseln, mal bewohnt, mal unbewohnt ist toll. Hasselö empfängt uns mit einem kleinen Badestrand, einsamen Waldwegen und den typischen großen runden Felsformationen. Autos gibt es hier nicht, nur Fahrräder und ab und zu hört man ein Quad knattern. Ansonsten Stille. Ich mache gefühlt 200 Bilder und kurz vor der Rückfahrt kommt der Anruf. Klaus ist gut auf Ödland angekommen, auf zur nächsten Insel. sis

Astrid Lindgren

Vimmerby 06.08.2025  sehr windig, 21°

Geburtshaus von Astrid Lindgren
späteres Elternhaus

Der Himmel ist heute typisch weiß-blau mit kräftigem frischen Wind, aber es regnet nicht. Wir besuchen das Denkmal und das Geburtshaus inklusive einer sehr sehenswerten Ausstellung von Astrid Lindgren. Es gibt hier in der Nähe auch eine Art Freizeitpark mit Shows usw. Wir entscheiden uns aber für die erwachsene Variante. Im Museum gibt es ein kleines Cafe und es duftet…

Rathaus von Vimmerby

Ich warte im Cafe auf meine Reisegruppe. Der dazugehörige Park ist sehr groß und ich habe abgekürzt. Ich hoffe, sie werden mich finden und entschuldige mich hier mal ausgiebig für meine Extragänge. Normalerweise müssen sie immer auf mich warten. Zum Einen bin ich die Langsamste, zum Anderen gibt es immer noch ein tolles Fotomotiv, welches geknipst werden will.

So sieht es meistens aus…3 vorneweg und ich trotte hinterher.

Wohin die Reise heute gehen wird…Wir wissen es noch nicht. Bis zum 9. sind wir planlos. sis

Lost in Småland

Vimmerby 04.08.2025 kalt

Frustriert liege ich im Bett, warm in meine Decke eingekuschelt. Draußen ist es stockdunkel, kalt und der gefühlt eisige Wind rüttelt an unserer Zitrone. Den Tagesausklang hatte ich mir ganz anders vorgestellt.

Wir stehen auf dem Campingplatz in Vimmerby mitten in Småland, dem Geburtsort von Astrid Lindgren. In der Nähe der Drehorte von Michel Lönneberga und den Kinder aus Bullabü. Also reinstes Schweden- Traum- Wunderland.

Unser Plan sah 2 fahrfreie Tage auf dem Campingplatz und die Erkundung der Gegend mit dem Fahrrad vor. Jetzt kommt alles ganz anders. Dabei fing der Tag so gut an.

Auf unserem Seeplatz von letzter Nacht erwachen wir im Sonnenschein und der Tag beginnt mit einem Bad im See. 10.00 Uhr brechen wir Richtung Pipi Langstrumpf auf. Auf unserem Weg liegen der größte Wasserfall in Südschweden und ein Elchpark. Ganz “ Chinabus“ mäßig müssen wir diese Stopps natürlich mitnehmen ( LG an Axel…falls du das mal liest ;)).

Der Weg zum Wasserfall
Der Weg wieder hoch.
Jörg wartet lieber oben.

Der Elchpark hat ein anderes Konzept wie der erste in Dalsland. Hier werden alle Besucher in Anhänger gesetzt und vom Traktor ins Gehege gefahren. Es gibt 12 Elche, der älteste 13 Jahre alt und der jüngste 3 Monate. Außerdem ist eine große Herde Rotwild und bei den Elchen eine Herde Dammwild zu sehen. Die Erklärungen erfolgen jeweils von Mutter, Vater und Sohn in Schwedisch, Deutsch und Englisch. Es ist ein komplettes Familienunternehmen und sie machen das sehr engagiert und sympathisch.

Rotwild
Baby Elch

Wir überlegen auf dem Rückweg, welcher Park uns besser gefallen hat. Können uns aber nicht festlegen, beide sind sehenswert.

Weiter geht’s zum Katthult Hof, dem Original-Drehort von Michel aus Lönneberga. Wir wollen etwas durchs Land fahren und nicht nur auf der breiten zweispurigen Hauptstraße komfortabel dahinrollen. Also einmal kleine Straße.

Was noch idyllisch beginnt, wird erst spannend, dann abenteuerlich. Die Straße wird immer schmaler, huppeliger, wie Berg- und Tal-Fahrt auf dem Rummelplatz.Erst fehlt der Mittelstreifen, schließlich auch die Seitenmakierung und am Ende will das Navi  mehrfach in unbefestigte Waldwege abbiegen. Meine Navigation ist schon ausgefallen, kein Empfang. Ab und zu kommen auch mal wenige Autos entgegen, alles noch entspannt bis ein Holzlaster mit Speed um die Kurve biegt. Hier muss jemand weichen…und der sind wir. Zum Glück gibt es am Rand nur Büsche und keine Baumstämme. Als Klaus hinter uns kurz danach fehlt, vermuten wir schon schlimmstes, vom Unfall über Brechreiz ist gedanklich alles möglich. 10 min später ist er wieder da, alles gut.

Da wir uns weigern die unbefestigten Wege zu fahren, irren wir gefühlt stundenlang durch den Wald, bis die erste befestigte Straße in unserer Richtung kommt und die Kilometerzahl auf dem Navi endlich abnimmt.

Michels Schuppen

Der Hof ist immer noch ein Bauernhof. Es gibt Kühe, Schweine, Ziegen, Hühner und ganz viele Menschen, die sich, wie wir, alles anschauen wollen. Außerdem ist er da wieder, dieser typisch schwedische Geruch nach frischgebackenen Zimtschnecken. Kaum gerochen sofort schlägt der Magen Alarm…Hunger.

Wenig später stehen wir am Campingplatz in Vimmerby. Der Platz ist leider fast voll, 3 Nächte nicht möglich. Wir entscheiden uns für eine Nacht und bekommen einen aufgeweichten, nassen Stellplatz oben am Berg. Hier geht der Platz weiter und weiter….Menschen über Menschen. Ich finde es furchbar. Gut, dass wir unsere Pläne ändern mußten.

Hatten wir den ganzen Tag Glück mit dem Wetter. Es regnet immer nur beim Fahren. Sieht es jetzt schlechter aus. „Todesmutig“ grillen die Männer den gestern im Hafen von Gränna gekauften Fisch. Der Wind wird immer stärker und zwischendurch gibt es immer wieder Regenschauer. Entspannt essen sieht anders aus. Ich hoffe auf einen neuen Tag und der Himmel schickt zur Versöhnung einen Regenbogen. sis

Regenbogen im Abendrot

Zuckerstangen und Kettensägen

Gränna und Huskvarna, sonniger Regen 21°

Gränna eine kleine, typisch schwedische Stadt am Vättern mit einer ganzen Straße voller Zuckerstangen-Läden. Einer schöner als der andere. In jedem Laden gab es eine Zuckerbäckerwerkstatt und man konnte beim Kochen, Kneten, Rollen und Schneiden der Zuckerstangen zuschauen. Es roch nach Karamel, warmen Zuckersirup…süß und lecker. Fast schon eine willkommene Abwechslung war da der Knächebrot- Laden mit seinem Backofen und den vielen Sorten, die man auch alle kosten durfte.

Die eine oder andere Leckkerei fand auch den Weg in unsere Camper. Wie konnte das nur passieren?

Vättern…fast viermal größer als der Bodensee

Nach süß wird es technisch. In Huskvarna ist die Firma Husqvarna beheimatet. Es gibt ein Firmenmuseum und einen Teil der alten Schmiedehäuser, die heute Kunsthandwerker beheimaten. Die Schmiedehäuser waren sehr schön, leider hatten die Künstler fast alle ihre Läden zu.

Das Museum bietet auf 2 Etagen unzählige Exponate aus den Werkshallen von Husqvarna. Die Firma besteht seit 1689 und hat ihre Anfänge 1609 als Hersteller von Jagt- und Kriegsgewehren. In den über 300 Jahren wurden und werden Nähmaschinen, Herde, Bügeleisen, Fahrräder, Motorräder, Kettensägen, Rasenmäher und viele andere Sachen hergestellt. 

Ich fand den ersten Teil des Tages und den Wasserfall neben dem Museum viel besser…bei Jörg war es bestimmt andersherum.

Kleiner See in Huskvarna

Am späten Nachmittag erreichen wir unseren Stellplatz für die Nacht. Diesmal parken wir direkt an einem kleinen See. Der Wind ist unangenehm und ab und zu regnet es…also wird im Camper gekocht und nicht gegrillt, geschwommen aber trotzdem. sis

Unterwegs

3.-4.08.2025 Göta Kanal, 21° sonnig mit etwas Regen

Wir fahren gen Süden, oder doch Westen? Auf alle Fälle Richtung Ostsee und Richtung Heimat. Gestern war nun endgültig Halbzeit für unseren Urlaub, das heißt: seit Stockholm befinden wir uns auf der Rückreise. Bis es soweit ist, wollen wir uns noch ein paar Highlights vom Schweden ansehen. Gestern begannen wir mit dem „Jahrtausendbauwerk von Schweden“. So seit 2020 der offizielle Name. 1810 angefangen zu bauen und nach 30 Jahren und mit Hilfe von über 7000 Bauarbeitern fertiggestellt. Es von den Schweden als das beliebteste Urlaubziel in einer Umfrage gewählt worden. Warum diese vollmundige Einführung? Wenn man nicht aufpasst, fährt man einfach vorbei ohne es gesehen zu haben. Es ist der Göta-Kanal. Eine künstliche Wasserstraße, die die Verbindung von der westlichen Ostsee bei Göteborg und der östlichen Ostsee nahe Stockholm bildet und alle großen Seen des Landes verbindet. Die Schwierigkeit dabei bilden der große Höhenunterschied von maximal 91 Metern zwischen den Seen und dem Meer. Dies wird mit 58 Schleusen ausgeglichen. Wir machen Halt an den Schleusen in Berg und fahren mit dem Fahrrad einige Kilometer links und rechts am Kanal entlang. Er liegt idyllisch zwischen Feldern und Wiesen. Ab und zu gibt es kleine Dörfer und Häuser mit Parkähnlichen Gartenanlagen.  An kleinen Stegen kann man im Kanal baden und an den vielen Schleusen Segelboote oder auch große Ausflugsschiffe ( die geradeso reinpassen) beim Schleusen beobachten. Vor 200 Jahren wirtschaftlich ein Meilenstein, vergleichbar mit dem Eisenbahnbau in Amerika, heute einfach nur schön.

Heute rollen wir weiter am Vättern See entlang nach Gränna. Das soll die Zuckerstangen- Hauptstadt von Schweden sein, und nach Husqvarna, der Kettensägen- Stadt. sis

Stockholm

2.08.2025 23° Sonne

Der erste ungläubige und zaghafte Blick gen Himmel bestätigt die Wettervorhersage, Sonne, leichte Bewölkung, kein Regen. Juhu, die Freude ist groß!

Als hätten wir nie etwas anderes gemacht fahren wir heute Tunelbanan Richtung Altstadt (gestern haben wir ja ausgiebig geübt) und buchen uns als Erstes ein Ausflugsschiff Richtung Schären. Die Tour startet  am Nachmittag und so haben wir genügend Zeit durch das Schloss und die Gamla Stan (Altstadt) zu bummeln.

Am Schloss wird der Vorplatz plötzlich abgesperrt und als neugierige Touristen bleiben wir natürlich stehen. Gleich muss hier etwas passieren. Es kommt aber keine königliche Hoheit, oder so, vorgefahren sondern die tägliche Wachablösung beginnt.

Königspalast

Die Altstadt ist wunderschön, viele kleine Läden und Restaurants laden zum Verweilen ein. Der typisch schwedische Duft von Zimtschnecken und Waffeln zieht durch die verwinkelten Gassen.

Das Wetter wird immer schöner. Am späten Nachmittag schippern wir zwischen den Schäreninseln und genießen den Moment.

Unser Ausflugsschiff

Nach einem Abendessen in der Stadt geht es zurück zum Stellplatz. Wir sind alle platt und freuen uns bei Zitrone und Klaus zu sein. Doch die Sonne steht tief am Horizont und trotz schmerzender Füße will ich den Sonnenuntergang sehen. Ich laufe Richtung Sonne los und nach kurzer Zeit finde ich den perfekten Ort für den heutigen Tagesausklang, einen Badeplatz mit Sonnenuntergang, wie für mich gemacht. Danke Stockholm. sis