Persischer Golf

27.01.2023  16° kalt, grau, windig

Novembergrau…alles ist Novembergrau, der Himmel und das dunkle Meer mit den tanzenden weißen Schaumkrönchen, soweit das Auge reicht. Mein erster Gedanke beim Blick aus dem Fenster: wir haben uns in der Nacht verfahren, statt Persischer Golf sind wir in der Nordsee gelandet.

Anstatt in der Sonne auf Deck zu liegen, gehen wir einkaufen, machen Sport, bilden uns bei verschiedenen Vorträgen und hangeln uns zwischendurch von Bar zu Bar. Hier passieren die wirklich interessanten Dinge. Man trifft und spricht mit Menschen, die man zuvor noch nie gesehen hat, trifft andere zum wiederholten Male und hört ihre Geschichten.

Es ist Seetag, alle haben Zeit und das gleiche Thema. Noch nie war das Wetter so schlecht. Ich treffe ein nettes älteres Pärchen. Er hat heute Geburtstag. Es ist ihre siebte Fahrt, immer die gleiche Route, immer das gleiche Schiff, immer die gleiche Zeit. Sie friert schrecklich, da sie nur kurze Sommersachen eingepackt hat.

Ich bin immer wieder fasziniert von dem Mikrokosmos Schiff: 2411 Passagiere aus 21 Nationen plus 919 „Mann“ Schiffsbesatzung aus 46 Nationen. Leben und lebenlassen, alles funktioniert friedlich miteinander, selbst ruhesuchende Individualisten könnten hier ihr Plätzchen finden. sis

Oman

25.01./ 26.01.2023  kalt, windig, sonnig, unerwartet 

Wir sind im Oman. Hier regiert kein Scheich sondern ein Sultan (wieder was gelernt). Uns zu Füßen liegt Muscat. Der Sultan mag es lieber traditionell, keine funkelnden Hochhausfassaden sondern arabischer Baustil, dezent nicht protzig. Nur bei seiner Jacht hat er wohl eine Ausnahme gemacht.

So wie wir Muscat besuchen, werden auch wir besucht. Gruppen von verschleierten Damen werden übers Pooldeck geführt und machen ganz verzückt Selfies an der Reeling.

Wir haben noch ein wenig Zeit und versuchen die spärlichen Sonnenstrahlen zu erhaschen. Unser Ausflug beginnt erst 15.00 Uhr. Panoramarundfahrt und Besuch im Souk (Markt). Besonders beim Marktbesuch gehen die freudigen Erwartungen weit auseinander.

Unser Wetter heute ist aber definitiv viel besser als gestern in Khasab.

Nach 5 Tagen platte Wüstenlandschaft bebaut mit Hochhäusern war der erste Blick aus dem Fenster in Khasab ungewohnt. Große raue Berge umringen die kleine Bucht mit der arabischen Siedlung.

Dicke Wolken hängen am Himmel als wir mit einer kleinen Gruppe von 15 Leuten in 4 Geländewagen auf den höchsten Berg der Halbinsel starten.

Hier gibt es nix außer Steine. Die Leute leben haupsächlich vom Fischfang und dem Handel mit Fischen. Auf 700m genießen wir den ersten schönen Blick in die Bucht.

Es wird der letzte schöne Ausblick bleiben. Auf 1100m kommen wir auf ein grünes Hochplateau, ab da geht es in die Wolken und es beginnt zu nieseln.

Bei 7°Grad, eisigem Wind und Nieselregen schauen wir uns noch Fosilien wie Muscheln und Fische im hochgeschleuderten erkalteten  Vulkangestein an. Wibill unser Führer drängt zum Aufbruch. Wenn es schlimmer regnet wird der Rückweg gefährlich.

Leute begegnen uns keine, Wibill meint es wäre heute viel zu kalt, da geht keiner raus. Nur die Tiere sind unterwegs.

Am Nachmittag seht eine Dhaw Fahrt an, mit der Möglichkeit zu schnorcheln. Wir fahren mit dem Boot in die Fjorde der Berge. Trotz der großartigen Aussicht und den gesichteten Delphinen- OHNE Sonne wird die Fahrt zur großen Zitterpartie. Mit Sonne wäre es bestimmt ein richtig toller Ausfug geworden. sis

Abu Dhabi

24.01.2023  22° sonnig

Beim Gang durchs Schiffterminal riecht man den Orient. Kardamon, Kamelleder und allerlei andere Gewürzmischungen ziehen durch die Halle. Einer der Händler meint es gut mit uns “ Deutschen“ und spielt aus seiner Spotifyliste  „Tulpen aus Amsterdam“ und „Willst du mit mir Drogen nehmen“. Klingt irgendwie mehr nach Holland.

Die Terminalhallen sind immer sehr beliebt bei allen Passagieren. Hier gibt es das, was es trotz aller  All-Inklusiv Versprechen und sogar noch extra Zahlung nicht ausreichend auf dem Schiff gibt: Wlan.

Wir wollen heute etwas kulturelles machen und haben eine Tour zur weißen  Moschee und den Präsidentenpalast gebucht.

Die Sheik-Zayed- Moschee ist die größte Moschee  der VAE. Auch Nichtmuslime dürfen sie besuchen. Frauen müssen alles bedecken: Arme, Beine, Kopf. Männer müssen lange Hosen tragen. Der Eingang erfolgt underirdisch und ist unendlich lang. Ein bisschen witzig fand ich die Kombination aus Einlass zur Moschee und Einkaufsmall inkl. eines riesigen McDonalds.

Männerhalle zum Beten

Der Präsidentenpalast als Arbeits- und Repräsentationsgebäude von 2010 bis 2017 gebaut. Ist ebenso riesig.

Prunk, Protz, Wahnsinn bei beiden Gebäuden. Hier will man mit aller Macht zeigen was man kann.

Empfangshalle
Konferenzsaal

Abu Dhabi ist sehr sauber, viel grüner und geordneter als Dubai, aber auf Grund seines Status als Hauptstadt der Emirate, so auf sein Prestige bedacht. Eine Stadt ohne Seele, zumindest haben wir sie nicht gefunden. sis

Winter in Dubai

23.01.2023  20° wolkig

Wir frieren. Frühlingshafte 20 Grad in Dubai und wir holen unsere dicken Jacken und langen Hosen aus dem Koffer.

Machte auf den Malediven der Wind den Unterschied, ob es angenehm warm oder unerträglich heiß ist. So macht hier die Sonne den Unterschied. Ist sie nicht da, ist es kalt.

Sonnenaufgang Dubai Hafen

Heute hat es die Sonne schwer. Dicke graue Wolken hängen am Himmel und kurz bevor wir das letzte Mal aus dem Bus „hoppen“ fallen dicke Regentropfen auf uns herab. Das „Glück“ hat auch nicht jeder bei durchschnittlich 7 Regentagen im Jahr. sis

Wer  Großstädte wie Hongkong, New York, Toronto liebt, wird auch Dubai lieben. Man hat das Gefühl nichts ist unmöglich.

Wir, Dorfkinder, brechen den Besuch vorzeitig ab. Um 18.00 Uhr beginnt die Fontänenshow am Burj Kalifah, eigentlich wollten wir die sehen. Als um 16.30 die Dubai Mall ( durch die man zwangsläufig hin und zurück muss) immer voller wird, ganze Reisegruppen unterwegs sind, geben wir auf und machen uns auf den Weg zum Schiff. Orangerot lacht die Sonne uns ein letztes Mal zu und taucht die Wolkenkratzer in ein goldenes Licht, bevor sie untergeht. sis

Wolkenkratzer

22.01.2023  22° sonnig, wolkenlos

Die Skyline von Doha verabschiedet uns gestern abend im Lichterglanz. Beim Ablegen des Schiffes und der Willkommensparty schlafe ich schon tief und fest. Wir haben mehrfach an der Uhr gedreht: Malediven 4 Stunden vor, Quatar 2 Stunden zurück, in Dubai wieder 1 Stunde vor, da ist die innere Uhr reichlich durcheinander. Jörg geht alleine, ein Vorteil von Schiffsreisen, man hat immer Mitreisende.

Am späten Vormittag sind die ersten Wolkenkratzer von Dubai am Horizont zu sehen. Wir müssen alle zum Facecheck bei der Einreisebehörde (egal ob man von Bord will oder nicht) und dann kann es los gehen. Wir entscheiden uns für 2 Tage „Hop on Hop off“ Bus und düsen los.

Gigantische Wolkenkratzer, gigantische 10, mit Auf- und Abfahrten 14 spurige Autobahnen mitten durch die Stadt, man weiß garnicht wohin man zuerst schauen soll. Wir entscheiden uns heute für den alten Stadtteil. Der Rest kommt morgen. sis

Ohne Hotel kein Flug

Manchmal kann man an Dingen verzweifeln, die man sich vorher nie vorstellen konnte.

Die letzte Nacht in Thulhagiri ist kurz. Ich hab schlecht geschlafen unser Zeitplan bis zum Flieger ist eng bemessen. Unser Hauptproblem ( denken wir zumindest jetzt noch) besteht aus dem fehlenden Coronatest. „Mein Schiff“ verlangt noch für alle Kreuzfahrten bis Ende Januar einen offiziellen Schnelltest. Eigentlich wollten wir diesen im Resort machen und dort wurde es auch auf der Webseite angeboten, da es aber auf den Malediven keine Testpflicht mehr gibt, ist die Testung nicht mehr möglich.

Alternativ gibt es höchstwahrscheinlich am Flughafen eine Teststelle. Wo genau, kann uns keiner sagen. Das erste Boot zum Flughafen geht 7.30. Dann haben wir noch ca zwei Stunden Zeit bis der Flieger geht, sportlich.

Am Flughafen werden wir von der Drogerie, zur Apotheke bis in die Flughafenklinik geschickt. Hurra, hier klappt es. Der Test geht schnell. Der Ausdruck dauert ca 20 min. Wir können später wieder kommen um ihn zu holen.

Schnell durch die Kontrolle zum Checkin Schalter und die Koffer aufgeben.

Da warten sie unsere Probleme. Man braucht ein Ausreisevisa. Haben wir nicht. Das lässt sich aber schnell am Handy erstellen. Am Schalter kommt dann die verhängnisvolle Frage: Wo ist ihr Hotel in Doha? Wir brauchen die Buchungsbestätigung.

Haben wir nicht. Wir wollen ja aufs Schiff.

Geht nicht. Ohne Hotelbestätigung kein Flug. Unsere Papiere fürs Schiff helfen leider nicht weiter, sie sind in Deutsch. Es ist 9.00 Uhr in 15 Minuten schließt der Schalter. Panik macht sich breit. Die Dame vom Flughafenpersonal fotografiert gefühlt zum 10. Mal unsere Ausweise. Die Ausdrucke vom Test haben auch noch nicht geholt. Jörg macht sich auf den Weg, muss zurück, dann wieder duch die Kontrolle. Inzwischen versucht man nach Doha zu telefonieren. Keiner steht mehr vor dem Schalter. Langsam auch keiner mehr hinter dem Schalter. 9.15 dürfen wir endlich einchecken. Unsere vorgebuchten Plätze bekommen wir nicht mehr, egal Hauptsache im Flieger.

Im Eiltempo duch die nächste Sicherheitskonrolle, ab in den Flieger und irgendwie haben wir dem Mann am Schalter bestimmt leid getan.

Unsere Sitze sind in der Business Class. Langsam sinkt das Stresslevel wieder und als wir sechs Stunden später den ersten Drink an Bord nehmen, ist es nur noch eine verrückte Geschichte. sis

Skyline von Doha

Lover’s Paradis

20.01.2022  27°  23.00 Uhr Thulhagiri

Wir liegen auf unserer Terrasse, ein warmer, erfrischender Wind geht. Das Rauschen der Brandung und die Musik der Band in der Bar vermischen sich. Über uns der Sternenhimmel. Morgen verlassen wir unseren Bungalow und die Malediven. Irgendwie doch Schade.

Mein Highlight im Bungalow, die Außendusche.

Was bleibt sind zwei grundverschiedene Erfahrungen.

Dhigurah: +nette, stets gut gelaunte Menschen, Walhaie, Mantas, wenig Deutsche (wir haben nur 3 getroffen) – Wahnsinnige Anreise, wenig Komfort, Verpflegung mit Lücken.

Thulhagiri: + Barfußinsel(im Restaurant, den Bars überall Sand)“only Adult“, viele Frischverliebte und Fischverheiratete aller Nationalitäten, immer nur einen Steinwurf von Essen und Trinken entfernt – InfluenzerHotspot (hat heute durch das Possieren am Strand immer wieder für Unterhaltung gesorgt), ansonsten passiert hier wenig.

Die Malediven sind „eine“ Reise wert. Wir verlassen die Inseln mit einzigartigen Erfahrungen, aber es wird ein Good Bye und nicht ein Aufwiedersehen. Preis und Aufwand sind für den Erlebnis- und Erholungsfaktor doch eher hoch.

TSCHÜSS du schöne Inselwelt und HALLO Orient heißt es morgen für uns. sis

Vom Insel Traum zur Trauminsel

19.01.2023  29° stürmisch, heiß  Dhigurah/ Thulhagiri Island

Nach 7 Tagen ausgiebig schlafen, bereitet uns der Start des Speedboots um 6.30 keine Schwierigkeiten. Der Himmel ist bewölkt und es weht eine steife Brise. Noch finden wir den Wind erfrischend.

Wenig später bedaure ich nicht mit dem Wasserflugzeug geflogen zu sein. Wir hatten es kurz überlegt uns aber wegen des Preises (hauptsächlich deswegen) und der unklaren Wetterlage dagegen entschieden.

Das Speedboot rast über die stürmische, rauhe See, d.h. eigentlich fliegt es und wir mit ihm. Es hebt uns immer wieder aus den Sitzen, um dann umso härter auf die nächste Welle zu knallen und uns auf die Sitze. Als nach einer Stunde meine Fitnessuhr zu dem großartigen Workout gratuliert, ist meine Stimmung am Boden. Die Luft ist stickig und riecht leicht nach Diesel, ich sitze am Fenster aber aufschieben geht nicht, die Gischt spritzt links und rechts meterhoch. Zum Glück haben wir nicht gefrühstückt.

Kurz vor Male wird die See ruhiger. Trotzdem hat die Fahrt 30 min länger gedauert.

Am Flughafen erwartet uns das gleiche wilde Durcheinander, aber wir wissen ja jetzt, wie es geht und sitzen 10.00 Uhr im nächsten Boot, auf zur nächsten Insel. Das ging ja mal problemlos. Das Boot ist etwas kleiner und nicht so schnell, deshalb wackelt es  weniger schmerzvoll.

30 min später sind wir auf Thuhalgiri. Mini- Insel, 300m lang, 200m breit, 2 Bars, 1 Restaurant, 2 Pools 78 Bungalows. Davon 37 über dem Wasser und genau so einen düfen wir die nächsten 2 Tage unser Zuhause nennen.

Der Blick ist fantastisch.

Das Loch im Tisch.

An der Beachbar lassen wir die Sonne untergehen( diesmal mit Alkohol), auch wenn diese sich hinter dicken Wolken versteckt. sis

Müßiggang

Schlafen, Frühstück, Schnorcheln, Schlafen, Strand, Abendessen, Schlafen.

Der Urlaubsmodus hat uns voll erfasst. Wir genießen und werden uns erst am Donnerstag wieder melden von Thulhagiri Island unserer nächsten und letzten Unterkunft auf den Malediven und bevor es weiter in den Orient geht

Zuvor noch ein paar Eindrücke aus unserem jetzigen Guesthaus.

Der vorletzte Balkon gehört uns. Alle Restaurants und Guesthäuser haben diese wunderbare Beleuchtung am Abend.
Rezeption und Aufenthaltsraum
Unsere Haustiere
Flughund( sieht aus wie eine große Fledermaus) mit dem Kopf in einer Palme
Für das richtige Urlaubsfeeling gibt es auch Cocktails ( natürlich ohne Alkohol)
Gestern noch bemängelt, hat sich die Sonne heute Abend richtig vie Mühe gegeben, wenn auch ohne Zisch.

Selbst die Walhaie meinten es heute morgen gut mit uns und gewährten uns nochmal einen Blick auf sie. Erst unser Kleiner von vorgestern ( zumindest bin ich der Meinung ihn wiedererkannt zu haben) und dann ein anderer etwas größerer.

Der Kleine hatte wohl keine Lust auf viele Leute und verschwand ziemlich schnell wieder in der Tiefe als zu viele Boote und Leute kamen. Der Große schien es fast zu genießen und anstatt in die Tiefe zu schwimmen kam er höher und blieb auch fast an einer Stelle stehen.

Der Menschenandrang und das Gewusel im Wasser war unglaublich. Alles was sich halbwegs über Wasser halten konnte, versuchte einen Blick auf den Walhai zu erhaschen. Wilde Wasserschlacht, Gedränge mit Armen, Beinen, Flossen und Kameras.

In der Mitte der Fisch, der alles zu genießen schien. Auf unserem Boot haben wir schon Witze gemacht, dass die Fische bestimmt eine Liste haben, wer die meisten Follower sammelt.

Wir haben noch Schilkröten auf unserer “ Must see“ Wunschliste. Ob wir es schaffen, erfahrt ihr Donnerstag. sis