Quebec

Die schöne französiche Stadt…mitten in Kanada. Bonjour erschallt es fröhlich bei Betreten der Stadt. Es riecht nach Kaffee, Croissants und Crepes, französische Sprache und Musik klingt durch die Gassen, sämtliche Schilder natürlich Französisch und es sieht auch so aus. Wer weiß wo die uns über Nacht hingefahren haben…gebeamt an die Saine oder Loire.

Wir verbringen nach 3 1/2 Wochen den ersten Tag getrennt. Unser ausgefallener und der missglückte Ausflug lassen etwas Budget für Neues. Jörg möchte einen Ausflug machen, ich lieber in den kleinen Gassen gemütlich bummeln. So bleibt mir viel Zeit für schöne Bilder. sis

Schiffstage

Das Schiff gleitet scheinbar geräuschlos durch endloses Grau. Die dunkle graue See verschmilzt mit den tiefen grauen Wolken am Himmel. Nur ab und zu flimmert das Meer silbern, da wo die Sonne mühsam ihre Stahlen durch die dicke Wolkendecke drückt. Dahingleiten macht müde, ein Übriges tut das übige Essen, man sucht sich einen ruhigen Platz mit Sicht aufs Wasser und entspannt. Natürlich hinter der Scheibe, draußen weht ein kräftiger Wind bei 7 Grad.

Heute ist die Welt um uns blau, blauer Himmel, blaues Meer und Sonne. Also raus aufs Deck. Gut eingepackt, wieder mit Blick aufs Wasser geht es Richtung Quebec. Der St. Laurenz Strom ist 200 km breit und Whalgebiet. Wir hoffen auf ein Blasrohr in der Ferne…ohne Erfolg. Ein schöner Sonnenuntergang krönt unseren Tag. Zitternd stehen wir am Bug des Schiffes und sehen die Sonne im Fluss versinken. 6 Grad Außentemperatur und steifgefrorene Finger: Nie wieder Kanada ohne Handschuhe.

Jörg hat eine Neuanschaffung getätig. Mit dieser kann er sogar romantische Sonnenuntergänge anschauen. Es erkennt ihn ja keiner…oder jetzt erst recht. sis

Zeitnot in Halifax

Diese Nacht fegte der Sturm über uns und die Küste. Nach der stürmischen und wackeligen Nacht liegt das Schiff im unruhigen Atantik kurz vor Halifax. Wir müssen warten bis der Hafen öffnet. Die Lotsenboote dürfen noch nicht rausfahren (zu gefährlich) und unser Liegeplatz ist durch ein anderes Kreuzfahrtschiff belegt. Also warten und weiter wackeln.

Mit 1 1/2 Stunden Verspätung fahren wir in die Bucht von Halifax ein und der Himmel wird klar. Wir genießen unser Mittagessen in der Sonne und freuen uns auf einen tollen Ausflug mit historischer Farm, Kanadas bekanntesten Leuchtturm und Stadtrundfahrt. Aber wie so oft kommt alles wieder anders.

Durch die Wartezeit vor der Bucht beginnt unser Ausflug erst 14.00 Uhr, anstatt 12.00 Uhr. Der Himmel hat sich verdunkelt, es regnet wieder. Unfassbar wie schnell sich das Wetter ändert.

Die Ross Farm liegt im Inneren des Landes, das erste Farmhaus welches 1870 hier gebaut wurde, noch erhalten im Originalzustand. Wir fahren mit der Kutsche, wärmen uns am offenen Feuer im Kamin und trinken Tee. Es ist sehr, sehr kalt geworden. Die Zeit ist knapp und wir müssen uns beeilen um den Leuchtturm und Peggys Cove im Hellen zu sehen.

Auf dem Highway bangen wir alle an einer Baustelle, dass es nicht so lange dauert in der Schlange. Es geht vorwärts bis ein Knall unsere Hoffnungen zerstört. Der Bus hat einen platten Reifen. Der Busfahrer versucht noch weiterzufahren, aber es rumpelt und stinkt….nix geht mehr.

Leuchtturm ade?

Eine gefühlte Ewigkeit später haben wir einen Ersatzbus und fahren weiter. Die Bäume rechts und links der Straße verlieren ihre Farbe, alles wird grau und duster und im letzten Licht des Tages erreichen wir Peggys Cove und den Leuchtturm. Dieser thront auf riesen Granitfelsen, das Meer peitscht dagegen und der Wind pfeift uns um die Ohren. Hier am Meer ist es noch viel viel kälter. Ich beeile mich ein paar gute Fotos zu machen und werde als letzte von Jörg vom Felsen gescheucht, bevor man Minuten später seine Hand nicht mehr vor den Augen sehen kann, stockfinstere Nacht, 19.00 Uhr.

Eine Stunde später gehen wir als Letzte an Bord, das Schiff hat auf unsere Gruppe gewartet. Jetzt kommen 2 Seetage und dann Quebec, dann melden wir uns wieder. sis

Lobster

Statt in Bar Habor morgen anzulegen, machen wir heute Nachmittag in Portland fest.

Eine normale amerikanische Hafenstadt, in der tatsächlich echte Fischer leben. Im Hafen riecht es nach Meer und Fisch. Eine Spezialität an der gesamten Ostküste ist Hummer (Lobster). Da wir sonst nichts vor haben und es an jeder Ecke angeboten wird, ist jetzt der passende Zeitpunkt Lobster zu essen.

Gut das Jörg Hand anlegt….ich finde es ein bisschen gruselig, dass das Tier einen noch anschaut.

Eine Riesensauerei auf dem Teller, jede Menge Müll und 30 min später wissen wir, es schmeckt…macht aber nicht satt. Fällt unter: kann man machen – muss aber nicht.

Heute abend verlassen wir Portland wieder und in 2 Tagen werden wir in Halifax, New Scotica, Kanada anlegen.

Newport / Rhode Island/ USA

Heute tendern wir das erste Mal. Das heißt unserer Schiff ist zu groß um im Hafen anzulegen. Es ankert außerhalb und wir werden mit den Rettungsbooten( Tenderbooten) an Land gebracht. Die Sonne scheint und wir genießen die kostenlose Hafenrundfahrt, kleine Geschäfte und ruhige Straßen. Ein Paradis zum Einkaufen und Relaxen. Für Historikfans hat Newport auch einiges zu bieten. Der alte Geldadel Amerikas hat hier Häuser bzw Grundstücke mit palastartigen Villen und John F. Kennedy hat seine Jacky in der St. Maries Church geheiratet.

Ein kleines süsses Städtchen mit netten Häusern und zu hohen Preisen um in den vielen Boutiquen etwas zu kaufen, aber es gibt einen bezaubernden Weihnachtsladen, den musste ich einfach fotografieren.

Das Wetter meint es gut mit uns, nach dem Ausflug liegen wir auf Deck und sonnen uns, Kinder springen im Pool hin und her. Wer hätte das gedacht Mitte Oktober.

Das es nicht überall so ist beweist uns die Durchsage des Kapitäns. Wir werden Bar Habor unseren nächsten Hafen nicht anlaufen. Das Wetter ist zu schlecht und die Tenderboote können nicht fahren, d.h. wir würden nicht an Land gehen können.

Für uns persönlich bedeudet das „keine Tiere im Osten Kanadas“. Wir hatten von Bar Habor eine Whalbesichtigungstour gebucht. Die ist jetzt leider hinfällig. Sehr sehr schade.sis

Kolumbus Day und Emotionen

Unser letzter Tag in der „Stadt die niemals schläft“ beginnt mit trüben Wetter und einem endlich ordentlichen Frühstück. Dunkles Brot, Käse und Wurst sind in den USA und Kanada als Frühstück selten bis garnicht zu bekommen.

Nach dem Frühstück rauf aufs Fahrrad und in den Central Park. Ja, das Fahrrad bleibt das bewährte Fortbewegungsmittel. In der grünen Oase der Stadt ist der Autolärm weit weg. Eichhörnchen und Vögel hüpfen durch das Geäst der Bäume, alte Menschen sitzen gemütlich auf den Bänken am Wegesrand. Musikanten spielen Jazz, Pferdekutschen rollen durch den Park, es gibt Jogger, Familien, Fahrradfahrer alles ist irgendwie in Bewegung aber ruhiger und langsamer, sozusagen entschleunigt. Die Sonne hat die trüben Wolken vertrieben und strahlt jetzt vom blauen Himmel.

Nach unserer Entschleunigung stürzen wir uns wieder mitten ins Getümmel: Rockefellercenter und Top of the Rock, die Aussichtsplattform stehen noch auf der Liste. Die Straßen in Midtown Manhattan sind zum Teil alle gesperrt. Heute ist Kolumbus Day und der wird mit einer großen Parade gefeiert. Als Fußgänger und Fahrradfahrer nicht so problematisch, aber in den Straßen, wo Autofahren noch erlaubt ist, geht nichts mehr. Am Rockefeller Center sitzen wir bei 25 Grad in der Sonne, daneben wird auf der Eisfläche Schlittschuh gelaufen, die Bäume werden mit Lichterketten auf die Weihnachtszeit vorbereitet und von der 300 Meter entfernt vorbeiziehenden Parade klingt ein „O sole mio“ live gesungen herüber. Als anschließend das Ave Maria durch die Häuserschluchten klingt, läuft mir eine Gänsehaut den Rücken herunter.

Die Aussicht vom Rockefeller Center ist wunderschön. Auf der einen Seite der Central Park und auf der anderen Seite das Empirestate Building mit der kleinen Freiheitsstatur weit in der Ferne des Hafens. Es wird Zeit auf das Schiff zurück zu kehren. Wir suchen uns an einer Dockstation neue Fahrräder und fahren zum Hafen. Die Orientierung in der Stadt ist einfach, das quadratische Schachbrettmuster der Straßen und die Nummerierung erleichtern vieles.

Zurück am Schiff erfasst uns der „Lagerkoller“. Fast 2 Wochen jede Minute gemeinsam verbracht und schwierige Situationen zusammen durchgestanden, bringt die entscheidende Frage: sollen wir jetzt Kuchen oder Pizza essen? die angestauten Emotionen zum Ausbruch. Man merkt die Anstrenungen der Reise und der letzten Tage in der Großstadt.

Gewitter reinigt und zum Auslaufen aus dem Hafen ist der „Lagerkoller“ Geschichte.

Auslaufen ist für 18.00 Uhr vorgesehen und ich freue mich auf die glitzernde Skyline in der untergenden Sonne, aber wir haben Verspätung. Die Sonne geht unter und das Schiff bewegt sich noch keinen Meter, gut so- was dann kommt ist viiiellll besser.

Mit einsetzender Dunkelheit fahren wir endlich los. Die Skyline der Stadt, jetzt mit tausenden leuchtenden Punkten, zieht an uns vorbei. Im Hintergrund läuft Orrinoco Flow: Let me sail. Romantischer geht es kaum….Doch Mutter Natur setzt noch einen drauf…im Hintergrund der Skyline taucht ein gelbgold glänzender Vollmond auf. Erst kaum zu sehen, rutscht er immer höher und als er dann neben der Skyline über der Brooklynbridge hell erleuchtet und hinter uns der Pianist Frank Sinatras“ New York, New York“ spielt, kochen meine Emotionen über und mir laufen dicke Tränen übers Gesicht. Soooo schöööööönnnnn- so kitschig. Das würden die Filmemacher aus Holywood nicht besser hinbekommen. sis

New York 2.0

War New York gestern grün und entspannt, so ist es heute laut, bunt, voller Leute und chaotisch. Brooklynbridge und Times Square, der Hotspot aller Influenzer und aller anderen Touristen….wozu wir natürlich auch zählen, ist voll von Menschen.

Den Times Square mit seinen Leuchtwänden müssen wir uns auch Nachts noch einmal ansehen.

Jörg kommentiert das mit: von allem zuviel…Menschen, Lärm, Licht…Reizüberflutung.

Dazwischen finden wir unser Schiff, geben das Auto wieder ab und haben noch Zeit die alten Gebäude der Stadt anzusehen.Grand Central StationBücherei. sis

New York

Morgens noch einsam in dicker Jacke und Mütze am Strand spaziert, fahren wir 2 Stunden später mit vielen anderen gemeinsam Richtung New York.

Ich wäre gerne noch ein wenig an der Küste geblieben, hätte schöne Fotos von einsamen Stränden und Leuchttürmen gemacht, aber der Fahrer unseres Autos will los. Ich bin nervös wegen der großen Stadt und will es lieber noch herauszögern. Er ist nervös wegen des Verkehres und möchte es hinter sich haben. Ohne größere Schwierigkeiten finden wir unsere Unterkunft in Williamsburg, Brooklin. Raphael, dem die Wohnung gehört, empfängt uns freundlich. Sein Tipp ist über die Williamsbridge nach Manhatten zu laufen. Der Himmel ist blau und es sind 20 Grad. Perfekt.

An der Brücke angekommen finden wir den Fußgängerweg nicht, nur den Fahrradweg und gleich daneben eine Verleihstation. Also ab aufs Fahrrad.

Das ist so entspannt, schnell, einfach, super, dass wir den Rest des Tages Fahrrad fahren.

Meine Nervosität war vollkommen unbegründet. New York ist trotz der Größe relaxt, hip, grün, toll.

Ziele für heute: Wallstreet, 9/11 Denkmal, mit der Fähre an der Freiheitsstatur vorbeifahren, Brooklinbridge.

Fast alles geschafft. sis

Wilder Atlantik

Ermutigt durch 3 Tage blauen Himmel, Sonnenschein und freundliche 20 Grad tagsüber, rückt in der Planung Long Island und die Hamptons wieder an erste Stelle.

Eine Unterkunft ist schnell gefunden und gebucht. Das Wetter ist an der Küste zwar etwas schlechter gemeldet, aber gegen abend mit Sonne.

Wir fahren in Albany über den Hudson River, der fließt Richtung New York, und nehmen die andere Richtung. Durch bunte Wälder der Green Mountains fahren wir in die Wolken Richtung Küste.

In New London wollen wir die Fähre nach Long Island nehmen. 90 entspannte Minuten über den Atlantik mit schöner Küste und Leuchttürmen. Problem eins: Sturm und Regen

Problem zwei: wir haben keine Reservierung auf der Fähre. Also heißt es warten bis ein Platz frei ist. Als vorletztes Auto schaffen wir es. Puh.

Long Island ist das Reich der Kürbisse. Alle paar Kilometer gibt es tolle Stände. Unsere Nachbarin würde sich freuen.

Das Meer ist stürmisch und wild…wir hoffen morgen auf Sonne. sis

Wo ist der Stempel?

Auf dem Weg aus den USA nach Kanada hatten wir schon eine Brücke genutzt mit einer grandiosen Aussicht und gute Erfahrungen bei der Einreise.

Das wollten wir wiederholen. Auf der Thousend Island Bridge fahren wir an den Grenzübergang. Unsere Schlange macht Probleme, es geht nicht vorwärts. Immer wieder wird jemand herausgewunken. Wir sind gespannt aber nicht beunruhigt.

Als wir an der Reihe sind kommen erstmal die normalen Fragen: wo kommen sie her, wo wollen sie hin…aber dann: Wo ist ihr Einreisestempel? Sie müssen einen haben, wenn sie in den USA gelandet sind. Ratlosigkeit. Wir haben keinen….sehr verdächtig.

Wir werden rausgewunken, müssen das Auto samt Schlüssel abgeben und bis zur Klärung auf die Polizeiwache. Nach 1 1/2 Stunden, vielen Fragen (ich sollte dringend mein englisch vertiefen) und einem dicken Stempel im Pass dürfen wir einreisen.

Weiter geht es nach Albany., einem vermutlich kleinen Städtchen am Hudson River mit ein paar schönen alten Gebäuden.

Albany ist dann doch sehr groß und wir sehr spät….auf der Suche nach Essen fahren wir die Sehenswürdigkeiten schon mal im Dunkeln ab, landen zum ersten Mal in einem typisch amerikanischen Diner (günstig und gut) und beschließen Albany im Hellen nicht nochmal sehen zu müssen. sis