Das Leben ist wie ein Buch, wer nicht reist, liest nur wenig davon. (Jean Paul)
Autor: sis
Hallo, ich bin Silke und ich liebe die Welt und das Reisen. Meine Reisen plane ich meist selber und genieße das Gefühl schon vorab gedanklich in das Land meiner Wahl einzutauchen. Gern benutze ich dafür Reiseblogs, freue mich über Infos aus erster Hand aber auch über Tipps zu Dingen, die man nicht machen sollte. So möchte ich hiermit auch allen helfen und mitnehmen auf meine Reisen.
Während BäM in Vietnam weilt und schöne sattgrüne Bilder schickt, fahre ich gen Norden.
Erholung auf dem Schiff mit Aussicht auf Fjorde und Berge. Klingt erstmal super, dass große Risiko ist das Wetter und dieses zeigt sich in Hamburg schon mal von seiner schlechtesten Seite. Regen, Regen, Regen…das kann ja nur besser werden.
Wir haben uns diesesmal für Aida entschieden. Hauptsächlich weil ein Drittel unserer Minireisegruppe 4 Jahre ist und Spiel und Spaß im Urlaub erwartet.
Anreise mit der Bahn, Bustransfer zum Schiff und die Einschiffung klappen super und so können wir am Nachmittag schon die ersten Runden auf der Wasserrutsche drehen.
18.00 Uhr Auslaufen im Nieselregen mal sehen ob das Wetter besser wird. sis
Wenn sich jetzt einige verwundert die Augen reiben….ja…es geht nach Vietnam.
Allerdings nicht für mich, sondern für meine liebe Freundin und oftmals auch Reisebegleiterin BäM und ihre bessere Hälfte.
Südostasien steht irgendwo weit unten auf meiner Bucketlist. Wer weiß ob ich das mal schaffe, so kann ich und alle anderen zumindest gedanklich schon mal dorthin reisen.
Liebe BäM viel Spaß und denk an uns. Wir hoffen auf spannende Berichte und schöne Bilder. sis
Die Malediven im Rückblick ein Traumurlaub, der sich mit seinen endlos weißen Stränden, unzählichen kleinen Inseln, den herrlich warmen Nächten, Badewannenwarmen Wasser und der grandiosen Unterwasserwelt fest in mein Herz geschlossen hat.
Gänsehaut überzieht mich immer wieder bei dem Gedanken an die großen weiß getupften wunderschönen Walhaie. Ihre Ruhe und Gelassenheit, das Zirpen und Knattern beim Abtauchen.
Wer Wasser mag, gerne taucht oder schnorchelt oder ruhig mit einem Buch jeden Tag seines Urlaubs am Strand liegen möchte, ist hier genau richtig. Man sollte den Partner mögen und sich mit ihm gerne beschäftigen und unterhalten wollen, der einen begleitet, andere Unterhaltungsmöglichkeiten gibt es eher nicht.
Uns hat trotz aller Einschränkungen das deutlich günstigere Local Island Dhigurah besser gefallen, die Tuk-Tuk- Fahrten einfach legendär. Beim Sovenirkaufen, ja es gibt eine Straße mit ca 5 Tourist- Shops, wartet man auf der Bank vor dem Laden bis jemand der vorbeikommt den Inhaber ruft und der einem den Laden aufschließt. Öffnungszeiten gibt es nicht, Preise auch nicht, alles verhandelbar. Und natürlich die wunderbaren Jungs der Tauchschule, die immer so ein bißchen wie Aqua-Man in klein aussahen mit ihren langen Haaren und den Bärten.
Überrascht und staunend denke ich an die erste Fahrt durch Dubai zurück. Die Riesenstraßen, das Chaos an der DubaiMall, die Vielfältigkeit der Bevölkerung, die Vielzahl der Hochhäuser. Egal wo, es war immer sauber und gefühlt immer sicher. Daumen hoch für Dubai.
So richtig in einem arabischen Land haben wir uns erst im Oman gefühlt, hier passen die Bauwerke und die Kleidung der Bevölkerung zu unseren Vorstellungen von Arabien. Die Protzigkeit des Sultans mit seinen 3 Superjachten und 12 Palästen wird mit Stolz toleriert, da auch viel für die Bildung und den Wohlstand der Bevölkerung getan wird. Jeder Omani ( Mann oder Frau) bekommt mit der Volljährigkeit ein Grunstück und bei der Heirat zusätzlich ein Haus geschenkt, Krankenversicherung gibt es für alle kostenlos, Bildung für Jungen und Mädchen gleichermaßen.
Verzweifelt habe ich manchmal nach öffentlichen Toiletten gesucht. Männer und Frauen liegen hier räumlich oft weit auseinander. Dagegen liegt der PrayersRoom (Raum zum Beten) genau bei den Toiletten und war meist besser ausgeschildert. Man muss nur wissen, wonach man suchen soll.
Unsere Wünsche bezüglich Orient und Malediven sind erfüllt, auf der Bucketlist abgehakt. Neues Jahr, neues Glück vielleicht klappt es dann mit Hawaii. sis
Der letzte Tag unserer Reise erwartet uns mit Sonnenschein und strahlend blauen Himmel.
Wir nehmen auf dem Weg zum Flughafen einen Umweg durch die Stadt, am alten Markt vorbei, an der Ufer-Promenade entlang.
EmirpalastDie Kamelgarde des Emir
Unser Taxifahrer lacht über meine Frage ob er Quatari sei. Nein, er ist Inder. Quatari sind nicht arm und müssen kein Taxi fahren.
Die Stadt will beeindrucken und schafft es auch. Die Mischung aus alt und neu ist toll. Das Schiffsterminal verlässt man mit der Rolltreppe durch ein riesiges Aquarium.
Am alten Souk weicht meine Begeisterung, so viele stark verschleierte Frauen, immer in Begleitung männlichen Aufsichtspersonen, hab ich weder in Dubai, Abu Dhabi oder im Oman gesehen. sis
Frauen darf man nicht fotografieren, hier ein schnelles Foto aus dem Taxi heraus.
Novembergrau…alles ist Novembergrau, der Himmel und das dunkle Meer mit den tanzenden weißen Schaumkrönchen, soweit das Auge reicht. Mein erster Gedanke beim Blick aus dem Fenster: wir haben uns in der Nacht verfahren, statt Persischer Golf sind wir in der Nordsee gelandet.
Anstatt in der Sonne auf Deck zu liegen, gehen wir einkaufen, machen Sport, bilden uns bei verschiedenen Vorträgen und hangeln uns zwischendurch von Bar zu Bar. Hier passieren die wirklich interessanten Dinge. Man trifft und spricht mit Menschen, die man zuvor noch nie gesehen hat, trifft andere zum wiederholten Male und hört ihre Geschichten.
Es ist Seetag, alle haben Zeit und das gleiche Thema. Noch nie war das Wetter so schlecht. Ich treffe ein nettes älteres Pärchen. Er hat heute Geburtstag. Es ist ihre siebte Fahrt, immer die gleiche Route, immer das gleiche Schiff, immer die gleiche Zeit. Sie friert schrecklich, da sie nur kurze Sommersachen eingepackt hat.
Ich bin immer wieder fasziniert von dem Mikrokosmos Schiff: 2411 Passagiere aus 21 Nationen plus 919 „Mann“ Schiffsbesatzung aus 46 Nationen. Leben und lebenlassen, alles funktioniert friedlich miteinander, selbst ruhesuchende Individualisten könnten hier ihr Plätzchen finden. sis
Wir sind im Oman. Hier regiert kein Scheich sondern ein Sultan (wieder was gelernt). Uns zu Füßen liegt Muscat. Der Sultan mag es lieber traditionell, keine funkelnden Hochhausfassaden sondern arabischer Baustil, dezent nicht protzig. Nur bei seiner Jacht hat er wohl eine Ausnahme gemacht.
So wie wir Muscat besuchen, werden auch wir besucht. Gruppen von verschleierten Damen werden übers Pooldeck geführt und machen ganz verzückt Selfies an der Reeling.
Wir haben noch ein wenig Zeit und versuchen die spärlichen Sonnenstrahlen zu erhaschen. Unser Ausflug beginnt erst 15.00 Uhr. Panoramarundfahrt und Besuch im Souk (Markt). Besonders beim Marktbesuch gehen die freudigen Erwartungen weit auseinander.
Unser Wetter heute ist aber definitiv viel besser als gestern in Khasab.
Nach 5 Tagen platte Wüstenlandschaft bebaut mit Hochhäusern war der erste Blick aus dem Fenster in Khasab ungewohnt. Große raue Berge umringen die kleine Bucht mit der arabischen Siedlung.
Dicke Wolken hängen am Himmel als wir mit einer kleinen Gruppe von 15 Leuten in 4 Geländewagen auf den höchsten Berg der Halbinsel starten.
Hier gibt es nix außer Steine. Die Leute leben haupsächlich vom Fischfang und dem Handel mit Fischen. Auf 700m genießen wir den ersten schönen Blick in die Bucht.
Es wird der letzte schöne Ausblick bleiben. Auf 1100m kommen wir auf ein grünes Hochplateau, ab da geht es in die Wolken und es beginnt zu nieseln.
Bei 7°Grad, eisigem Wind und Nieselregen schauen wir uns noch Fosilien wie Muscheln und Fische im hochgeschleuderten erkalteten Vulkangestein an. Wibill unser Führer drängt zum Aufbruch. Wenn es schlimmer regnet wird der Rückweg gefährlich.
Leute begegnen uns keine, Wibill meint es wäre heute viel zu kalt, da geht keiner raus. Nur die Tiere sind unterwegs.
Am Nachmittag seht eine Dhaw Fahrt an, mit der Möglichkeit zu schnorcheln. Wir fahren mit dem Boot in die Fjorde der Berge. Trotz der großartigen Aussicht und den gesichteten Delphinen- OHNE Sonne wird die Fahrt zur großen Zitterpartie. Mit Sonne wäre es bestimmt ein richtig toller Ausfug geworden. sis
Beim Gang durchs Schiffterminal riecht man den Orient. Kardamon, Kamelleder und allerlei andere Gewürzmischungen ziehen durch die Halle. Einer der Händler meint es gut mit uns “ Deutschen“ und spielt aus seiner Spotifyliste „Tulpen aus Amsterdam“ und „Willst du mit mir Drogen nehmen“. Klingt irgendwie mehr nach Holland.
Die Terminalhallen sind immer sehr beliebt bei allen Passagieren. Hier gibt es das, was es trotz aller All-Inklusiv Versprechen und sogar noch extra Zahlung nicht ausreichend auf dem Schiff gibt: Wlan.
Wir wollen heute etwas kulturelles machen und haben eine Tour zur weißen Moschee und den Präsidentenpalast gebucht.
Die Sheik-Zayed- Moschee ist die größte Moschee der VAE. Auch Nichtmuslime dürfen sie besuchen. Frauen müssen alles bedecken: Arme, Beine, Kopf. Männer müssen lange Hosen tragen. Der Eingang erfolgt underirdisch und ist unendlich lang. Ein bisschen witzig fand ich die Kombination aus Einlass zur Moschee und Einkaufsmall inkl. eines riesigen McDonalds.
Männerhalle zum Beten
Der Präsidentenpalast als Arbeits- und Repräsentationsgebäude von 2010 bis 2017 gebaut. Ist ebenso riesig.
Prunk, Protz, Wahnsinn bei beiden Gebäuden. Hier will man mit aller Macht zeigen was man kann.
EmpfangshalleKonferenzsaal
Abu Dhabi ist sehr sauber, viel grüner und geordneter als Dubai, aber auf Grund seines Status als Hauptstadt der Emirate, so auf sein Prestige bedacht. Eine Stadt ohne Seele, zumindest haben wir sie nicht gefunden. sis
Wir frieren. Frühlingshafte 20 Grad in Dubai und wir holen unsere dicken Jacken und langen Hosen aus dem Koffer.
Machte auf den Malediven der Wind den Unterschied, ob es angenehm warm oder unerträglich heiß ist. So macht hier die Sonne den Unterschied. Ist sie nicht da, ist es kalt.
Sonnenaufgang Dubai Hafen
Heute hat es die Sonne schwer. Dicke graue Wolken hängen am Himmel und kurz bevor wir das letzte Mal aus dem Bus „hoppen“ fallen dicke Regentropfen auf uns herab. Das „Glück“ hat auch nicht jeder bei durchschnittlich 7 Regentagen im Jahr. sis
Wer Großstädte wie Hongkong, New York, Toronto liebt, wird auch Dubai lieben. Man hat das Gefühl nichts ist unmöglich.
Wir, Dorfkinder, brechen den Besuch vorzeitig ab. Um 18.00 Uhr beginnt die Fontänenshow am Burj Kalifah, eigentlich wollten wir die sehen. Als um 16.30 die Dubai Mall ( durch die man zwangsläufig hin und zurück muss) immer voller wird, ganze Reisegruppen unterwegs sind, geben wir auf und machen uns auf den Weg zum Schiff. Orangerot lacht die Sonne uns ein letztes Mal zu und taucht die Wolkenkratzer in ein goldenes Licht, bevor sie untergeht. sis
Die Skyline von Doha verabschiedet uns gestern abend im Lichterglanz. Beim Ablegen des Schiffes und der Willkommensparty schlafe ich schon tief und fest. Wir haben mehrfach an der Uhr gedreht: Malediven 4 Stunden vor, Quatar 2 Stunden zurück, in Dubai wieder 1 Stunde vor, da ist die innere Uhr reichlich durcheinander. Jörg geht alleine, ein Vorteil von Schiffsreisen, man hat immer Mitreisende.
Am späten Vormittag sind die ersten Wolkenkratzer von Dubai am Horizont zu sehen. Wir müssen alle zum Facecheck bei der Einreisebehörde (egal ob man von Bord will oder nicht) und dann kann es los gehen. Wir entscheiden uns für 2 Tage „Hop on Hop off“ Bus und düsen los.
Gigantische Wolkenkratzer, gigantische 10, mit Auf- und Abfahrten 14 spurige Autobahnen mitten durch die Stadt, man weiß garnicht wohin man zuerst schauen soll. Wir entscheiden uns heute für den alten Stadtteil. Der Rest kommt morgen. sis
Manchmal kann man an Dingen verzweifeln, die man sich vorher nie vorstellen konnte.
Die letzte Nacht in Thulhagiri ist kurz. Ich hab schlecht geschlafen unser Zeitplan bis zum Flieger ist eng bemessen. Unser Hauptproblem ( denken wir zumindest jetzt noch) besteht aus dem fehlenden Coronatest. „Mein Schiff“ verlangt noch für alle Kreuzfahrten bis Ende Januar einen offiziellen Schnelltest. Eigentlich wollten wir diesen im Resort machen und dort wurde es auch auf der Webseite angeboten, da es aber auf den Malediven keine Testpflicht mehr gibt, ist die Testung nicht mehr möglich.
Alternativ gibt es höchstwahrscheinlich am Flughafen eine Teststelle. Wo genau, kann uns keiner sagen. Das erste Boot zum Flughafen geht 7.30. Dann haben wir noch ca zwei Stunden Zeit bis der Flieger geht, sportlich.
Am Flughafen werden wir von der Drogerie, zur Apotheke bis in die Flughafenklinik geschickt. Hurra, hier klappt es. Der Test geht schnell. Der Ausdruck dauert ca 20 min. Wir können später wieder kommen um ihn zu holen.
Schnell durch die Kontrolle zum Checkin Schalter und die Koffer aufgeben.
Da warten sie unsere Probleme. Man braucht ein Ausreisevisa. Haben wir nicht. Das lässt sich aber schnell am Handy erstellen. Am Schalter kommt dann die verhängnisvolle Frage: Wo ist ihr Hotel in Doha? Wir brauchen die Buchungsbestätigung.
Haben wir nicht. Wir wollen ja aufs Schiff.
Geht nicht. Ohne Hotelbestätigung kein Flug. Unsere Papiere fürs Schiff helfen leider nicht weiter, sie sind in Deutsch. Es ist 9.00 Uhr in 15 Minuten schließt der Schalter. Panik macht sich breit. Die Dame vom Flughafenpersonal fotografiert gefühlt zum 10. Mal unsere Ausweise. Die Ausdrucke vom Test haben auch noch nicht geholt. Jörg macht sich auf den Weg, muss zurück, dann wieder duch die Kontrolle. Inzwischen versucht man nach Doha zu telefonieren. Keiner steht mehr vor dem Schalter. Langsam auch keiner mehr hinter dem Schalter. 9.15 dürfen wir endlich einchecken. Unsere vorgebuchten Plätze bekommen wir nicht mehr, egal Hauptsache im Flieger.
Im Eiltempo duch die nächste Sicherheitskonrolle, ab in den Flieger und irgendwie haben wir dem Mann am Schalter bestimmt leid getan.
Unsere Sitze sind in der Business Class. Langsam sinkt das Stresslevel wieder und als wir sechs Stunden später den ersten Drink an Bord nehmen, ist es nur noch eine verrückte Geschichte. sis