Adios Havanna

6.01.2025  sonnig 25°

Guten Morgen Havanna, zum letzten Mal. Gestern haben wir einen speziellen ungewöhnlichen Abend verbracht, so hatte ich mir das nicht vorgestellt.

In meiner Vorstellung gehen wir in eine große Veranstaltungshalle, Theater oder so mit gefühlt anderen Hundert Touristen und sehen so eine etwas altbackene SambaShow. 

20.00 Uhr werden wir von Daniele mit seinem 1947 Cadillac Cabrio in Glitzergrün abgeholt. Sehr schönes gepflegtes Auto. Die Türen werden uns geöffnet ( es werden einem hier immer die Türen auf und zu gemacht, aus Angst man könnte sie kaputt machen)  und wir sinken bequem auf die dicken Sofapolster des Rücksitzes. „Cheri Cheri Lady“ von Modern Talking klingt aus dem Radio und wir fahren durch die sternenklare Nacht, vorbei an Bars und tanzenden Menschen, irgendwie cool. Kurze Zeit später halten wir vor einem Restaurant. Man erwartet uns bereits. In einem hinteren größeren Raum wartet eine Bühne und davor ein kleiner gedeckten Tisch auf uns. Unser Kellner erklärt uns das Menü: Bruchetta, danach für mich Fisch und Jörg Lamm, später Eis und Banane in Honig, dazu Mojito.

Nach dem ersten Getränk kommt eine Sängerin auf die Bühne und singt nur für uns. Ein bißchen komisch ist es im erstem Moment schon, aber als die 6 Tänzer alles geben um uns zwei zu unterhalten, das Essen total lecker schmeckt und die Mojitos ihr übriges tun, finde ich es nur noch romantisch. So muss es sein, wenn man das Lokal mietet und ein Candellight- Dinner für 2 macht.

Jörg findet es nur halb romantisch, bei unserer Fahrt im rosa Cabrio vor zwei Tagen hat er sich etwas verkühlt. Ansonsten ist unser Krankenstatus vielversprechend. Die Rippen sind geheilt, der Backenzahn unauffällig und die Gipsschiene darf in Havanna bleiben. Heute morgen sind 4 Wochen rum.

10.00 Uhr verlassen wir Havanna und fahren an die Küste. Uns erwartet ein Zimmer mit Meerblick…dazu morgen mehr.

Hola.sis

Stadt der Gegensätze oder Vorsicht! Schlepper!

05.01.2025  windige und frische 25°

Guten Morgen Havanna Tag 3, heute alleine und zu Fuß, dass wird für uns nicht nur schön. Aber der Reihe nach:

Wir starten wie jeden Morgen bisher mit einem servierten Frühstück im Zimmer.
Dann geht es los auf die Plaza und um die Ecke in die nächste Gasse.

Wir sind auf dem Weg zu einem Handwerksmarkt. Jörg möchte sich einen Hut kaufen und Abel hat uns gestern die Adresse empfohlen.

Der Weg führt quer durch die Stadt bis zum Hafen. Dort gibt es eine riesige Halle mit Bildern und Souvenirs.

Sehr schön, den passenden Hut finden wir leider nicht.
Sieht man oft am Straßenrand. Autos mit Motorhaube offen und es steckt jemand sorgenvoll seinen Kopf rein.
Schienen gibt es, aber keine Straßenbahn.
An weniger touristischen Ecken, immer wieder Müll.
Und wieder schönere Straßen.
Alles was nicht eingestürzt ist, wird bewohnt.

Kurz vorm Capitol ruhen wir uns kurz auf einer Parkbank aus und da passiert es….wir werden abgeschleppt.

In allen einschlägigen Reiseführern kann man die Warnung lesen sich nicht auf irgendwelche Leute einzulassen. Es beginnt ganz schnell, ein nettes Paar begrüßt uns stürmisch macht uns ein paar Komplimente und gibt ein paar Empfehlungen. Dann will er uns unbedingt eine Bar zeigen. Er zieht Jörg nett hinter sich her und ich folge mit der Frau etwas unwillig, weil eigentlich ist das die falsche Richtung. Gleich sind wir da, nur noch ein Stück…okay die Bar sieht ganz nett aus, hier soll „Quanta la mera“ geschrieben worden sein. Jörg soll seinen Namen in der Bar an die Wand oder Decke schreiben.

Uns schon sitzen wir am Tisch und haben 4 Getränke bestellt ohne zu wissen,  was die kosten. Als dann noch die Geschichte mit dem kranken Kind und wir müssten etwas mit unserer Kreditkarte zahlen, was sie als Kubaner nicht könnten,  ist die Katze aus dem Sack. Wenig später stolpern die nächsten Touristen mit einem anderen Schlepper-Paar in die Bar. Das hat Methode. Wir bleiben standhaft und haben weder Kreditkarte noch Geld um zu helfen. Die völlig überteuerten Drinks reichen uns vollkommen als Lektion demnächst noch besser aufzupassen.

Auf dem Rückweg zur Wohnung essen wir zum Mittag lecker Paella mit Hummer und gönnen uns auf der Plaza noch einen Kaffee. Das rettet uns den Tag und wir hoffen auf den Abend. Heute 20.00 Uhr gehen bzw. fahren wir zur Kubanischen Salsa Show, vorher heißt es für uns Siesta, denn der Jetlag macht sich immer noch bemerkbar.

Hola.sis

Havanna bei Tag

04.01.2025  24° sonnig und windig

Guten Morgen Havanna, unser heutiges Auto ist ein pinker Cadillac aus dem Jahr 1947. Abel holt uns von unserer Unterkunft ab und 2 Seitenstraße weiter wartet das Cabrio in der Knallerfarbe auf uns.

Wir lassen uns kreuz und quer durch die Stadt chauffieren, genießen den Wind, der uns um die Nase weht und bestaunen diese alte, schöne, baufällige Stadt. Lag gestern ein süßlicher Tabakduft ständig in der Luft, riecht heute die Luft nach Auspuff. Es sind zwar nicht viele Autos unterwegs aber dafür fast alles Oldtimer, mit teilweise noch Originalmotoren.

Kreuz und quer geht es durch die Stadt, nach dem Mittagessen, dann auch zu Fuß mit Abel.

Die Stadt ist voller Musik, an jeder Ecke, auf jedem Platz stehen Musiker und spielen Gitarre, Trompete, Kastanetten oder singen…sehr gerne “ Quanta la mera“.  Selbst in unserem Zimmer ist es selten still, von der nahen Plaza Vieja tönt immer Musik herüber. Jedes Lokal hat seine eigenen Musiker und auf der Plaza gibt es einige davon.

Am späten Nachmittag verabschieden wir uns von Abel, cooler witziger Guide mit einem Hang zu Fußball, passte irgendwie:)

Hola.sis.

Vinalés

3.01.2025  26° sonnig, leicht bewölkt

18.00 Uhr irgendwo auf der A4 Richtung Havanna ist es ganz still im Auto, nur das eintönige Brummen des Motors ist zu hören.  Wir, Jörg und ich sitzen bequem auf der Rückbank „unseres“ Chevrolet Belair aus dem Jahr 1955 und hängen unseren Gedanken nach. Vorne muss Eduardo, unser Chauffeur, versuchen sein Auto gut über diese LochanLoch Straße zu steuern und unser Guide Abel freut sich mal nichts mehr erzählen zu müssen. Seit 8.00 Uhr heute morgen hat er uns mit Informationen über das Leben der Kubaner versorgt und sehr geduldig alle unsere Fragen beantwortet.

Den ganzen Tag haben wir zusammen verbracht, uns das Tal von Vinalés, eine Tabakplantage, Indianerhöhlen und Prähistorische Zeichnungen angeschaut, typisch kubanisches Essen probiert und Freunde von Eduardo besucht.

Ein sehr schöner Tag, der Lust auf mehr macht. Abel wird uns morgen nochmal begleiten, wenn wir Havanna besichtigen.

Eine Stunde später fahren wir die gleichen, holprigen, dunklen  Straßen wie gestern abend in Havanna entlang. Die zum Teil baufälligen vergitterten Häuser sind gleich, das dunkle Gewimmel der Fußgänger ist gleich und doch ist mein/unser bedrückendes Gefühl von gestern weg. Heute weiß ich wie mein Bett aussieht und das die Gegend unserer Wohnung zwar sündhaft teuer ist, aber alles bietet was man sich für einen entspannten Abend wünscht, kalte Getränke und leckeres Essen.

Hola, sis.

Havanna

02.01.25  26° schwüle Sommernacht

In letzten Licht der untergehenden Sonne erreichen wir den internationalen Flughafen in Havanna. Wir sind das einzigste Flugzeug weit und breit auf dem Flughafen. Die Kontrollen ziehen sich gefühlt unendlich in die Länge, doch irgendwann treten wir in die schwül, warme Sommernacht und in ein lautes Gewirr von rufenden Menschen, die alle auf jemanden am Flughafen warten.

Unser Taxifahrer ist schnell gefunden und wenig später ruckeln wir durch die dunklen  Straßen. Hoffentlich sieht das bei Tag morgen besser aus.

Nach einigem Suchen ist auch unsere Wohnung gefunden und sorgt für positive Überraschung.

Hola. sis

¡Hola Kuba Y Mexiko!

1.01.2025 Deutschland -2°

Es geht wieder los! Eine Nacht noch… dann starten wir in Richtung Mexiko mit seinen alten Mayapyramiden und den langen weißen Karibikstränden.

Die Planung gestaltete sich schwieriger als gedacht. Pauschalangebot gibt es viele, aber diese sind teuer und unflexibel. Wir mögen es lieber flexibel und so günstig wie möglich.

Ein preisgünstiger Tip war ein StoppOver auf Kuba einzulegen und dort ein paar Tage Strand und Kultur zu genießen. Ob und wie sinnvoll dieser Abstecher wird…wir lassen uns überraschen.

Gesundheitlich lief es in den letzten Wochen auch nicht optimal. So reisen wir jetzt mit einem gebrochenen Arm und Rippen, sowie pochenden Backenzahn. Hola sis.

Trontheim

14.10.2023 6° Regen Regen Regen

So schön es einen Tag zuvor im Geirangerfjord war, so schlecht ist es jetzt in Trontheim.

Wir fahren in der Nacht in den Fjord und verschlafen die Fahrt. Anscheinend haben wir auch nichts verpasst. Vor unserem Fenster ist morgens alles grau in grau. Wir liegen zwischen der Stadt und der Festungsinsel Munkholmen. Die weit entfernten Berge verschwinden immer mal wieder in einer Regenwand.

Zu Hause würde keiner freiwillig bei solchem Wetter vor die Tür gehen. Hier kämpfen sich die Meisten durch den Regen, Richtung Stadt. Unser Zwerg protestiert lautstark und will nach den ersten Schritten sofort zurück. Keine Chance. Bewegung an frischer Luft ( gegen den Urlaubsspeck) und ein paar Sehenswürdigkeiten sind es hoffentlich wert, nass zu werden.

Trontheim hat eine überschaubare schöne Altstadt, tolle bunte Pfahlhäuser und ist bei schönem Wetter sicherlich eine Reise wert. Wir besuchen die historische Brücke, küssen uns dort für die Liebe ( alte norwegische Tradition) sehen die Altstadt. Den Nidarosdom, die Festung Kristiansen und alles andere lassen wir ungesehen.

Die Kälte kriecht von unten die Beine herauf, die Nässe tropft uns vom Kopf abwärts. Ein warmes Poolbad und heiße Getränke an Bord sind dann doch unschlagbar. sis

Geiranger Fjord

13.10.2023  Wettervorhersage 2° Schnee

6.30 Uhr das Schiff fährt noch. Gardinen auf und Bugkammera an. Wir gleiten im Halbdunkel wie schwerelos über das Wasser. Rechts und links ragen riesige dunkle Felswände aus dem Wasser. Es sieht aus als hätte ab und zu jemand diche weiße Wollfäden senkrecht über den Felsen gelegt. Bei genaueren Hinsehen erkennt man unzählige viele kleine Wasserfälle, die die Berge hinab laufen.

In der Bugkamera sieht man noch weit in der Ferne Lichter und kleine Häuschen. Das Wasser ist spiegelglatt. Je heller es wird, umso beeindruckender ist die Kulisse.

Um 9.00 Uhr gehen wir im Fjord vor Anker und der schwimmende Steg wird an das Schiff herangefahren. Die Sonne scheint auf auf uns herab, lässt die verschneiten Bergwipfel leuchten und der Fjord zeigt sich von seiner schönsten Seite. Traumhaft.

Geiranger ist eine winzige Siedlung, die hauptsächlich vom Tourismus lebt und jetzt schon fast im Winterschlaf liegt. Es gibt einen wunderschönen Rundweg, den Berg hinauf, an der kleinen Holzkirche mit dem fantastischen Blick auf den Fjord vorbei, weiter den Berg hinauf und dann rechts zum Wasserfall. Neben dem tossenden Wasser geht es viele Treppenstufen zurück zur Bucht.

Wer weiter in die Berge will und keinen Ausflug gebucht hat,  kann sich ein kleines zweisitzer Elekroauto mieten und damit die Adlerkehren hoch und runterfahren. Sieht sehr cool aus.

Pünktlich zum Auslaufen, alle stehen draußen, werden wir doch nass. Es nieselt uns langsam voll, aber keiner will sich diesen tollen Anblick entgehen lassen. Die Trollgesichter an den Wänden sind deutlich zu sehen und der Wasserfall “ 7 Schwestern“ zieht an uns vorrüber. Es gibt heißen Apfelglühwein und norwegischen Kartoffelkuchen, warm eingepackt genießen wir die Fahrt. Versöhnlich sendet die Sonne eine Stunde später ihre letzten Strahlen und verzaubert. sis

Bergen, Norwegen

10.10. bis 12.10.23   8° Sonne, Sturm, Regen

Der erste Tag auf dem Schiff ist ein Seetag. Eigentlich ganz schön zum Eingewöhnen und das Schiff zu erkunden. Jörg hat dieses Mal Schwierigkeiten mit der Orientierung, einfach riesig unsere schwimmende Stadt.

Kurz nach dem Frühstück kommt eine dringende Duchsage des Kapitäns: Routenänderung. Es zieht ein schwerer Sturm auf die Küste zu und wir werden 2 Tage in Bergen vor Anker liegen.

Norwegen im Oktober…damit muss man rechnen.

Wie dem Kapitän Lügen zu strafen,  lichtet sich eine Stunde später die Wolkendecke und wir haben schönstes Reisewetter.

Bergen ist wettertechnisch eine Wundertüte. Wir haben alles: Regen, Sonne, Sturm. Glücklicherweise scheint bei unserem Stadtrundgang die Sonne. Mütze auf und ab, Handschuh an und aus. Gute Übung für die nächsten Tage.

Mir gefällt Bergen, es hat Charme und riecht nach Zimtschecken und frischem Fisch.

Die Berge laden mit verschiedenen Liften zu einer aussichtsreichen Fahrt ein, da wir aber nicht wissen, ob uns oben Sonne oder Regen erwartet, bleiben wir in der Altstadt und am Hafen. sis