Einfach (und) gut.

Früchte, Müsli und Ei „Benedikt“ auf Bacon, leckere Hamburger mit griechischem Salat, gegrilltes Steak, Fisch, Bulgursalat, Gemüsepfanne anschließend gegrilltes Bananenboot.

Die spartanische Einrichtung der Hütte wird durch das gesündeste und leckerste Essen, welches wir bisher auf unserer Reise hatten, wettgemacht.

Danke an unsere kleine runde Köchin, die hier in der Nähe wohnt und die Gäste der Cabin (Hütte) bekocht. Sie freut sich jedesmal uns ihre Kreationen vorstellen zu dürfen.

Außer der Köchin gibt es Emilie und Evan. Beide Mitte 20 und unsere Guides. Evan ist ein kanadischer Naturbursche, macht Feuer, paddelte wahrscheinlich schon, bevor er laufen konnte und könnte sich sein Geld bestimmt auch als Star einer TV-Serie verdienen. Emilie ist wie eine blonde Waldelfe. Mit ihrem hüftlangen offenen Haaren schwebt sie durch den Wald, findet Elchspuren, zeigt uns Bieberburgen, lässt uns Gräser und Blätter kosten und kocht anschließend Tee daraus.

Wir haben uns wirklich wohlgefühlt und es wird eine herzliche Verabschiedung von unserer neuen Kurzzeitfamilie.

Unsere Pläne führen uns zurück an den Ontario-See. Kingston liegt ca 300 km östlich von Toronto am anderen Ende des Ontariosees, an der Einmündung zum St. Lawrence River. Hier beginnt das Gebiet der Thousand Islands.

1700 kleine und größere Inseln im St. Lawrence Fluss, die meisten in Privatbesitz und mit einem kleinen bzw. größerem Haus / Palast ausgestattet. Wir schauen uns die Inseln von einem Turm in der Mitte der Brücke zwischen USA und Kanada an. Freuen uns über die Aussicht und das schöne Wetter, nichts ahnend was noch kommt. sis

Verschwunden im Nebel

Unser letzter Tag im Nationalpark beginnt früh. Wir haben am Abend alle zugestimmt am frühen Morgen in den Sonnenaufgang zu paddeln…vielleicht hat der ein oder andere auch nicht genau zugehört.

6.15 ohne Kaffee oder Frühstück, dafür mit langer Unterhose, Mütze und Schal, geht es an den 15 min entfernten Kawaraka Lake. Das Auto zeigt -3 Grad und der Bootssteg ist gefroren.

Jeweils zu Zweit in einem Kanu geht es auf den See, es ist dunkel und nebelig. Meinen Kanusteuermann, kann ich nicht sehen, umdrehen bedeutet eventuell kentern, aber hören. Er grummelt vor sich hin, man sieht eh nichts bei dem Wetter, Sonnenaufgang wer braucht das schon, viel zu kalt, paddeln nie wieder usw. Irgendwie hat er ja recht, die Hände sind eiskalt (Handschuhe habe ich vergessen einzupacken), wir müssen aufpassen und paddeln, damit wir die anderen nicht verlieren und uns im Nebel verirren. Trotzdem, es ist skurril und wunderschön. Ich genieße die Stille, freue mich auf den Moment die Sonne zu sehen und bin happy. Irgendwo im Wald hört man Wölfe und irgendetwas anderes heulen.

Es wird langsam heller, wir trinken Kaffee und heißen Kakao auf dem See und langsam, ganz langsam lichtet sich der Nebel und die Sonne zeigt ein schwaches Licht.

Wir steuern eine Insel an, dort wartet schon ein Lagerfeuer auf uns und ein wenig später auch gebratener Schinken und Pancakes mit Ahornsirup.

Das Feuer, die immer stärker werdende Sonne, Schinken und Kaffee lassen uns wieder auftauen und der Rückweg wird auch dank geborgten Handschuhen von Paula ( als Kanadierin hat man wahrscheinlicht immer 5 Paar dabei) für alle ein schönes Erlebnis.

Indian Summer

Wolkenloser Himmel. Sonnenschein. Wandern. Relaxen. Sauna. Im See baden. Kanufahren. Grillen am Lagerfeuer. Fast lautlos im Mondschein über den spiegelglatten See fahren. Herbstfarben. Keine Moskitos.

Frost am Morgen. Paddeln bis die Arme weh tun. Tiere, die man nur hört und nicht sieht. Eingefrorene Beine und Hände am Abend. Alles hat seine zwei Seiten, trotzdem schön, einzigartig, unvergessen. sis

Surprise Lake

Ein kleiner See im Nirgendwo des Algonquin Parks mit einer Blockhütte. Eine genaue Adresse gibt es nicht, nur GPS Koordinaten und eine etwas dürftige Zeichnung. Der Weg von Toronto hier in die Wildnis wird erst schön als die Autoschlangen aufhören, die Straßen kleiner werden und die Bäume bunter. 300 km weiter im Norden ist die Welt gelb, rot, grün und umgeben von Seen und Tümpeln. 12.30 Uhr ist Treffpunkt in der Blockhütte. Wir sind gespannt was uns erwartet.

In der Hütte treffen wir auf unsere Gruppe für die nächsten Tage, 3 Schweizer, mit uns 5 Deutsche und eine Kanadierin. Wir werden uns bemühen die nächsten Tage englisch zu sprechen, damit Paula in Kanada auch etwas versteht….verrückte Welt.

Nach einem leckeren Essen geht es mit unserer ersten Kanutour los. Keine 2 Minuten später müssen schon 2 pitschnaß umkehren, da das Boot kentert, bei 12 Grad Luft und 10 Grad Wassertemperatur keine Freude. Wir gehen auch baden, später… völlig freiwillig nach einem entspannten Saunagang am Nachmittag.

Saunahaus mit der einzigen Dusche

Die Hütte hat 5 Schlafzimmer, 2 Toiletten, ein großes Wohn- und Esszimmer und eine Küche. Was es nicht gibt ist Strom, warmes WWasser und Handyempfang. Essen wird auf dem Feuer gekocht, Wärme kommt aus dem Kamin, beleuchtet wird mit Kerzen und Petroleumlampen. Auch die Sauna wird mit Ofen beheizt, der einen Wasserbehälter heizt zum Duschen.

Nach dem Abendbrot paddeln wir alle gemeinsam in einem großen Kanu auf den See, sehen die Sonne untergehen, hören auf die Stimmen der Tiere und paddeln im Mondschein zurück. Ich bin romantisch verzückt….

Die letzten Stunden des Tages lassen wir vor dem Kamin auf dem riesigen weichen Sofa bei Kerzenschein und Tee ausklingen. Jetzt doch in Deutsch…Paula schläft schon. sis

Toronto

…so abwechslungsreich wie das Wetter ist auch die Stadt. Morgens aufgewacht bei Regen, suchen wir ein Cafe und die passende Kleidung…beides erweist sich als sehr schwierig.

10.00 Uhr haben wir in unserem Hochhaus ein Treffen mit Matthias verein\nbart, d.h. wen wir treffen, wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Über GetyourGuide wurde eine deutschsprachige Stadtführung mit einem Einheimischen angeboten. Matthias ist also unser Guide. Gebürtig aus Reinhessen 31 Jahre alt und seid 3 Jahren wohnhaft in Toronto.

Er führt uns zu Fuß kreuz und quer durch Toronto von unseren Glashäusern durch den Finanzdistrikt, in riesige Malls, durch Chinatown und zum quirligen alternativen Kensington Markt mit karibischen Klängen. Sehenswert, inforelativ und abwechslungsreich, danke Matthias. Wir kommen ganz schön ins Schwitzen, es ist schwülwarm und die Sonne blinzelt durch die Wolken.

Nachmittags legt er uns Toronto Island ans Herz. Die vorgelagerte Insel im Ontario See mit Bars, Stand und der schönsten Aussicht auf die Skyline. Kaum besteigen wir die Fähre regnet es wieder, dicke Wolken türmen sich über der Skyline. Tolle Aussicht.

Mir tun die Füße weh und ich bestehe darauf mit einem Fahrrad-Quad die Insel zu erkunden. Wir erwischen das letzte klapprigen Teil und quälen uns.

Da das Wetter nicht besser wird, steigen wir 2 Stunden später auf die Fähre zurück und kaum wieder in Toronto, lacht uns die Sonne entgegen.

Auf dem CN Tower genießen wir den Rundumblick auf eine tolle Stadt und den Sonnenuntergang.

Der perfekte Urlaubstag

….beginnt mit dem Blick aus dem Fenster, wolkenlosen Himmel und Sonnenschein. 9.00 Uhr starten wir zur Regenbogenbrücke, sie verbindet die amerikanische Seite und die kanadische Seite der Niagara Fälle und 30 min später stehen wir auf einem Boot und fahren Richtung Wasserfälle. Die Fälle sind auf beiden Seiten zugebaut mit Hotels, Casinos, Freizeitparkfeeling mit Riesenrad, Achterbahn, Gokartbahn und alles was man sich sonst noch vorstellen kann, irgendwie abschreckend. Das alles vergißt man in dem Moment auf dem Boot, trotz der Fülle und des lustigen Anblicks, da alle diese pinkfarbenen Regencapes tragen. Da spürt man die Kraft des Wassers, Gischt erfüllt die Luft, hört das laute Donnern des Wassers und fühlt sich unendlich klein. Bunte Regenbogen hüllen unser Boot ein, magisch und leider zu schnell vorbei.


Wir genießen den Blick auf die Fälle auch vom Aussichtsturm und können die frühen Morgenstunden und die kanadische Seite der Wasserfälle, als die Schönere empfehlen.Gegen Mittag folgen wir unserem Reiseführer und fahren zum Städtchen Niagara on the Lake. Der Weg führt durch Weinanbaugebiete, vorbei an schönen kleinen Häuschen und Verkaufsständen mit Kürbissen. Das Städtchen selber liegt direkt am Lake Ontario und weit in der Ferne sehen wir das Ziel unsere heutigen Reise Toronto. Kleine Boutiquen säumen die Hauptstraße (Frauenherzen schlagen höher) und wunderschöne Häuser wohin das Auge blickt…Daumen hoch für Niagara on the Lake.Toronto ist das genaue Gegenteil, die Glasfassaden der Hochhäuser blinken in der untergehenden Sonne. Wir beziehen unsere Airbnb Wohnung, 26 Stock, in einem dieser Glasfassadenhäuser direkt am Hafen mit Blick auf den CN Tower. Perfekt. sis

Niragara Falls

Beim letzten Sonnenstrahl erreichen wir den Niragara River und unser kurz zuvor gebuchtes Hotel. Eigentlich wollten wir es langsam angehen und nur bis Ithaca an den Finger Lakes fahren. In den Reiseführern und diversen Blogs wird die Stadt als Geheimtipp und sehenswert empfohlen. Wir haben nach einem kurzem Spaziergang und dem Besuch von Starbucks (zur Internetrecherche) beschlossen weiterzufahren und direkt an den Falls zu schlafen. Das gab uns die Möglichkeit heute Abend einen kleinen Spaziergang zur amerikanischen Seite der Fälle zu machen und die Beleuchtung zu bewundern. Morgen fahren wir auf die kanadischen Seite.

New Jersey

Hurra….wir sind da. Nach 9 Stunden Flug, einem sehr kurzem Aufenthalt in Reykjavik landen wir in Newark, New Jersey…vor den Toren New Yorks. Im Flugzeug hatte ich mich mit dem Fotoapparat bewaffnet am Fenster positioniert und voller Vorfreude auf die Lichter New Yorks unter uns gewartet. Was dann kam war total enttäuschend, kilometerdicke tiefe Wolken, Regen und Dunkelheit lassen uns nichts erkennen. Es ist arschkalt, dunkel und naß…toller Empfang. Die Stimmung ist im Keller, ein Riesenauto (unsere Kategorie war nicht verfügbar…“nehmen sie einfach ein Großes ohne Aufpreis“) 12 spurige Highways, 0 Sicht und ein Navi was uns nicht versteht…wir es auch nicht, Hunger, müde…aber…hurra, wir sind gelandet.Heute sieht die Welt schon besser aus. Unsere kleine Pension ist typisch amerikanisch. Die Sonne scheint und zum Frühstück schaut uns ein Eichhörnchen durchs Fenster auf den Tisch. Wir fahren Richtung Kanadische Grenze und Niragara Falls…mal sehen wie weit wir kommen. sis